CSD-Woche vom 02. bis 09. Juli 2011

Aktuell:

23.07.2010 15:59

"Homophobie ist heilbar" - aber nicht durch Bloßstellen!

Die öffentliche Empörung über die Äußerungen von CDU-Politiker Kai Hähner entzündet sich zu Recht an dem leider noch besonders in konservativen Kreisen verbreiteten Irrglauben, dass Kinder und Jugendliche zur Homosexualität "verleitet" werden können.

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18.07.2010 11:36

Der Kampf gegen Homophobie geht weiter!

Das Motto  "Homophobie ist heilbar"  scheint zu einer sehr erfolgreichen Marke für den Leipziger CSD geworden zu sein, so dass die Teilnehmerzahl nochmal zulegen konnte. Rund 2500 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und deren Freunde zogen in einem bunten Zug mitten durch die Leipziger Innenstadt sowie halb um den Ring.

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Ralf König ist Schirmherr des Leipziger CSD

Ralf König, CSD-Schirmherr in Leipzig 2010
Ralf König, CSD-Schirmherr in Leipzig 2010

Die diesjährige Schirmherrschaft für den Leipziger CSD übernahm Ralf König, der international bekannte Comic-Zeichner aus Köln. Unserer Meinung nach verdiente das langjährige künstlerische Schaffen von Ralf König eine besondere gesellschaftspolitische Würdigung, weshalb wir uns über seine Schirmherrschaft besonders gefreut haben.

Ralf König hat mit seinen witzigen, hintersinnigen und bewegenden Geschichten (von „Konrad und Paul“ über „Lysistrata“ bis hin zum „Archetyp“) nicht nur stets für beste Unterhaltung, sondern auch immer in einer subtilen Weise nebenbei für Aufklärung gesorgt, so dass Homophobie keine Chance mehr hatte. Seine Bücher werden mittlerweile (fast) in der ganzen Welt verlegt und haben das Coming Out von Generationen von Schwulen positiv begleitet.

Grußwort von Ralf König zum CSD 2010:

Sieht man sich die Frühgeschichte des CSD in deutschen Landen an, erscheinen doch manche Forderungen einigermassen unrealistisch.

Sieht man sich die Frühgeschichte
des CSD in deutschen Landen an, erscheinen doch manche Forderungen
einigermassen unrealistisch. © Ralf König

Die Spätgeschichte allerdings trägt in einigen Grosstädten allzu regenbogengefärbte Früchte.

Die Spätgeschichte allerdings trägt in einigen Grosstädten
allzu regenbogengefärbte Früchte. © Ralf König

Wie erfreulich, dass es in Leipzig noch anders zugeht. Ich höre von viel Spass und einigem Ernst, von quietschvergnügter Zeigefreude und Entschlossenheit und von einem kritischen Blick auf gesellschaftliche Realitäten. Und getanzt wird auch. Na also. Geht doch.

Anfang der 80er Jahre lief ich in Dortmund mit meinem Freund Hand in Hand durch die Fussgängerzone und wir wurden begafft und mit unfreundlichen Bemerkungen versehen. Zumindest in den deutschen Fussgängerzonen hat sich inzwischen einiges getan. Aber das nur, weil wir uns zeigten. Die Entspannung fällt nicht vom Himmel, wir mussten und müssen etwas dafür tun. Da tankt es auf, einmal im Jahr zu sehen, wie viele und wie vielfältig wir sind.

Ich freue mich, Schirmherr des CSD 2010 in Leipzig zu sein! Ich war noch nie irgendwo Schirmherr und hab keine Ahnung, was da genau auf mich zu kommt, aber ich werd Euch schon schirmherren! Und ich bin sicher, dass das, was ich nach wie vor am CSD schätze, massenhaft zu sehen sein wird: Schwule und Lesben, die aus dieser Festivität Selbstvertrauen und Mut ziehen und weitergeben. Und die Heteros dürfen gern mitfeiern oder zumindest freundlich winken.
Da sind wir dann ganz entspannt.

Wie erfreulich, dass es in Leipzig noch anders zugeht! Euer Ralf König

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