CSD-Woche vom 02. bis 09. Juli 2011

Aktuell:

23.07.2010 15:59

"Homophobie ist heilbar" - aber nicht durch Bloßstellen!

Die öffentliche Empörung über die Äußerungen von CDU-Politiker Kai Hähner entzündet sich zu Recht an dem leider noch besonders in konservativen Kreisen verbreiteten Irrglauben, dass Kinder und Jugendliche zur Homosexualität "verleitet" werden können.

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18.07.2010 11:36

Der Kampf gegen Homophobie geht weiter!

Das Motto  "Homophobie ist heilbar"  scheint zu einer sehr erfolgreichen Marke für den Leipziger CSD geworden zu sein, so dass die Teilnehmerzahl nochmal zulegen konnte. Rund 2500 Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und deren Freunde zogen in einem bunten Zug mitten durch die Leipziger Innenstadt sowie halb um den Ring.

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"Homophobie ist heilbar" - aber nicht durch Bloßstellen!

23.07.2010 15:59 von Dirk Bockelmann (Kommentare: 52)

Klarstellung zur aktuellen Berichterstattung über den sächsischen CDU-Politiker Kai Hähner und dessen homophobes Feedback zum CSD in Leipzig

Angesichts der sich häufenden Medienanfragen über den sächsischen CDU-Politiker Kai Hähner und dessen homophobes Feedback zum CSD in Leipzig fühlen wir uns mittlerweile zu folgender Klarstellung genötigt.

Herr Hähner hat uns am 21.7.  über das Kontaktformular auf der Leipziger CSD-Website folgende persönliche Mitteilung zukommen lassen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

eines vorweg. Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen und somit einer Vielzahl von Menschen regelrecht aufdrängen. Lebens Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe. Und nun noch ein paar Worte zu dem Interview bei MDR Info am vergangenen Wochenende. Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zurschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität in einer immer liberalen werdenden Gesellschaft inzwischen als "Trendy". Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase sind. Jedoch war die Äußerung einer Konfrontation mit Homosexualität gegenüber Kindergartenkindern eine unerträgliche Unverschämtheit. Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Hähner

 

Im Namen des CSD in Leipzig hat daraufhin die gleichstellungspolitische Referentin der Stadt Leipzig, Frau Kathrin Darlatt,  ihm  folgendes geantwortet:

Sehr geehrter Herr Hähner, 

da ich im Auftrag der Stadt Leipzig an der inhaltlichen Ausgestaltung der Christopher-Street-Day Veranstaltungen, insbesondere der Podiumsdiskussionen, die das Problem homophober Einstellungen thematisieren, beteiligt bin, möchte ich mich zu Ihrer Mitteilung äußern. Ich verstehe Sie, auch ich bzw. das CSD-Team sind nicht einverstanden, wie die so genannte Lebensweise von Homosexuellen durch die Medien in die Öffentlichkeit getragen wird. Es ist leider immer noch so, dass Zeitungen oder Filmberichte ein schrilles Klischee bevorzugen, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Wir bemühen uns um eine andere Darstellung. Deshalb würde ich Sie auch gern als CDU - Politiker für ein Podiumsgespräch zum Themenkomplex Homosexualität im nächsten Jahr zum Christopher-Street-Day einladen. Leider haben sich in den vergangenen Jahren keine Vertreter der CDU bereit gefunden, mit den Diskutanten ins Gespräch zu kommen, um ihre Standpunkte auszutauschen. Wir sind jedenfalls sehr daran interessiert, mit Ihnen in den Dialog zu treten, um gerade solche Vorurteile, Homosexualität sei trendy und verleite Jugendliche in der Findungsphase, auszuräumen. Kein Junge in der Findungsphase würde sich freiwillig als Schwuchtel, schwule Sau oder abnormaler Abschaum beschimpfen lassen. Seien Sie versichert - Homosexualität ist kein Hobby! Ich denke, es gibt viel zu klären, deshalb würde ich mich über eine Antwort sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Kathrin Darlatt

Der Hintergrund für diese deeskalierende Reaktion von uns ist, dass wir als CSD in Leipzig unser Motto "Homophobie ist heilbar" sehr ernst nehmen und davon überzeugt sind, dass sich Vorurteile nur durch Aufklärung und Diskussion, aber niemals durch (mediales) Bloßstellen abbauen lassen. Insofern war im CSD-Team schnell Konsens darüber, dass wir die Nachricht von Herrn Hähner vertraulich behandeln wollen. 

Anscheinend positiv überrascht durch unser Gesprächsangebot hat Herr Hähner daraufhin Frau Darlatt angerufen und mit ihr fast 15 min angeregt diskutiert. In diesem Gespräch hat er verdeutlicht, dass dies seine private Meinung ist und  dass es generell für CDU - Politiker schwierig ist, in solche Diskussionsrunden zu gehen, weil ja die CDU Positionen dem ganzen widersprechen würden.

Dass die Nachricht von Herrn Hähner nun auf Wegen, die noch ungeklärt sind, doch an die Öffentlichkeit gelangte, ist uns äußerst unangenehm, da dadurch der begonnene persönliche Dialog erstmal unterbunden wurde.

Aber mittlerweile ist die persönliche Nachricht von Herr Hähner bei Facebook tausendfach gelesen und in verschiedenen Online-Portalen mehr oder weniger richtig publiziert worden, weshalb unsere anfänglich begründete Zurückhaltung nun auch keinen Sinn mehr macht!

Die öffentliche Empörung über die Äußerungen von Herrn Hähner entzündet sich ja zu Recht an dem leider noch besonders in konservativen Kreisen verbreiteten Irrglauben, dass Kinder und Jugendliche zur Homosexualität "verleitet" werden können. Ich persönlich habe Herrn Hähner deshalb dazu noch folgendes per E-Mail geschrieben:

"Finden Sie es gut, wenn bspw. 7-jährige im Fussballverein bei einem Fehlpass von einem "schwulen Ball" reden? Das ist nur ein Beispiel dafür, dass gegen Homophobie bereits sehr früh etwas getan werden muss, bevor sich Vorurteile verfestigen.
Wie so etwas konkret geschehen kann, darüber lässt sich natürlich diskutieren. Fakt und wissenschaftlich erwiesen ist aber auch, dass kein Kind zur Homosexualität "verführt" werden kann. Entweder es trägt die Veranlagung bereits in sich oder auch nicht.
Insofern spricht  auch nichts dagegen, schon im Kindergarten darüber aufzuklären, dass es andere Lebensweisen gibt und diese nicht "schlechter" sind als die heterosexuelle Standardbeziehung.
Hinzu kommt die Tatsache, dass es zunehmend Kinder in so genannten Regenbogenfamilien gibt, die natürlich auch ein Recht darauf haben, im Kindergarten nicht von anderen Kindern drangsaliert zu werden, nur weil Ihre Eltern eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft führen."

Letztlich zeigt die Mitteilung von Herrn Hähner und die Diskussion darüber, dass es noch ein weiter Weg ist, bis Vorurteile und Falschinformationen gegenüber Lesben, Schwule und Transgender in der Gesellschaft soweit abgebaut sind, dass man von breiter Akzeptanz sprechen kann. Und wie wichtig in diesem Zusammenhang auch die Rolle und die Außendarstellung der CSD´s in Deutschland sind.

In der Hoffnung, dass Sie als Medienvertreter mit diesen Informationen verantwortungsvoll umgehen,

verbleibe ich mit den besten Grüßen,

Dirk Bockelmann
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Pressesprecher des CSD in Leipzig

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Kommentar von Marie hat´s nett | 23.07.2010

Was soll man nur zu so viel Kleingeist und Intoleranz sagen.
Toleranz gegenüber Intoleranz ist ebenso absurd wie das Gegenteil.
Toleranz des Bösen ist etwas ganz anderes als die Billigung oder Legalisierung des Bösen. O-Ton Joseph Ratzinger zur Ablehnung homosexueller Partnerschaften durch die katholische Kirche.
Da könnt ich nur noch ko...
Herr Ratzinger, Sie sind doch auch legal gewählt worden...

Nicht die Homosexuellen sind krank, sondern unsere Gesellschaft die immer noch nicht in der Lage ist Andersartigkeit zu akzeptieren.

Kommentar von Klaus F. | 23.07.2010

ich finde ja, dass die aussagen hähners eine sofortige öffentliche bloßstellung durchaus gerechtfertigt hätten. ich habe aber trotzdem respekt davor, wie professionell Sie vom CSD mit dieser dummen provokation umgegangen sind.

hut ab!

Kommentar von Maria M. | 23.07.2010

Ich wundere mich ja, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, den lieben Gott auf Schadenersatz zu verklagen, weil er sich bei seiner Schöpfung nicht an die einschlägigen Normen gehalten hat!
(satire/off)

Kommentar von Jirsak | 23.07.2010

Herr Hähner ist ein mutiger Mensch. Es sollte mehr davon geben. Jedes Wort kann man nur unterstreichen. In Sodom und Gomorra war es ähnlich und diese Städte wurden mit Feuer vernichtet - wir stehen wieder kurz davor.
Gott schütze unsere kinder und stärke mutige Menschen die in der Öffentlichkeit gegen solche Perverse Stellung beziehen.

Kommentar von Gabi L. | 24.07.2010

Jawohl! Sodom und Gomorrha wurden durch Atombomben vernichtet. Sagte schon Erich von Däniken.

Kommentar von Basti | 24.07.2010

bezugnehmend auf den Kommentar von Jirsak, 23.07.2010:
Wenn schon Gott angerufen wird, so muss es erlaubt sein, Folgedenes zu sagen: Der Leib des Menschen ist ein Tempel des heiligen Geistes (1. Korinther 6,19) und Gottes Reich ist den Menschen inwendig (Lukas 17,21). Es ist daher Gott in allen Menschen. So kann es nicht der Einzelne oder eine kleine Gruppe ermessen wollen, was gottgefällig ist und was nicht. Denn wenn man schon seine Argumentation auf die heilige Schrift stützen will, so sollte man Eines nicht vergessen: Hat Gott die Menschen geschaffen, so ist jeder Mensch das Werk Gottes. Und wie kann es dann der Einzelne wagen, an der Vollkommenheit dieses Werkes zu zweifeln?
Wer die Bibel tatsächlich gelesen hat, dem sollte die Botschaft der Liebe und Harmonie unter den Menschen aufgefallen sein.

Eine intolerante Einstellung ist bedauerlich, aber die eigene, von Intoleranz geprägte, Meinung durch Gottes Wort zu rechtfertigen zu versuchen, ist erbärmlich. Niemals kann die heilige Schrift Schutzschild sein für Diskriminierung und Demütigung einzelner Menschen. Es gibt keine guten Argumente für Intoleranz. Es gab sie nie und es wird sie niemals geben!

Kommentar von Klaus F. | 24.07.2010

zu jirsak:
in der geschichte von sodom geht es bekanntlich u.a. darum, dass zwei engel bei lot unterschlupf finden und dann von einer enthemmten menge bedroht werden. um die engel zu schützen, bietet lot, der held der geschichte, dem mob seine minderjährigen töchter zur vergewaltigung an. diese verhalten lots wird in der bibel als "ehrenhaft" dargestellt. später machen dieselben töchter ohren vater betrunken, um nachkommen mit ihm zu zeugen.
an anderen stellen der bibel werden vielehe, zwangsehen, kriege, sklaverei und todesstrafe gerechtfertigt.

sollen wir allen ernstes aus dieser wirren, widersprüchlichen textsammlung irgendwelche moralischen grundsätze ableiten?

Kommentar von gegruselter | 24.07.2010

Mein Schreiben an die Organisatoren des CSD:
*************
an die cdu-erzgebirge und an die Morgenpost schrieb ich:

Ich bitte Sie, dem Herrn Kai Hähner zu übermitteln, dass ich mit seinen Aussagen bezüglich des "in die Öffentlichkeit Tragens sexueller Abnormitäten" voll inhaltlich zustimme.

Lasse er sich nicht für seine Meinung unterkriegen!!!!!!!!

Das wäre dann der nächste der nach Herrn Hohmann alleine durch die Presse abgeschossen würde.

Mögen diese Menschen private Vorlieben besitzen wie sie wollen, nur sollten diese auch privat bleiben.

********************

An sie die Frage:" Was berechtigt sie dazu, eine mail, die persönlich an sie gerichtet ist, der presse zuzuspielen? Wenn Sie Mumm haben, dann tun sie dies mit meiner Mail auch.

Wozu gibt es denn die FSK bei Filmen? Damit

Heranwachsende nicht mit Gewalt oder sexuellen Praktiken konfrontiert werden, um das im Leben nicht als Vorbild während der Heranwachsenphase zu nehmen.

Aber schwulsein muss man unbedingt auf

der Strasse propagieren, ungestört.

Wo in seinen Worten ist die Hetze, wo ist die Beleidigung???

Wenn man sich als Minderheit bezeichnet

so ist man sich dessen bewusst, dass man Abnormal ist, denn Normal ist stets was

die Mehrheit darstellt.

************************
Und ein großes PFUI an sie als MDR, die sie mit meinen Gebühren finanziert, noch in dasselbe Horn stoßen.
Wieder werden hier irgendwelche private Interessen ausgefochten und sie lassen sich einfach ungeprüft zum Handlanger
degradieren.

PS: Falls es noch niemand bermerkt hat: Es geht nur darum, das Ausleben sexueller Vorlieben in die Öffentlichkeit zu tragen, nicht um die Vorlieben an sich. Sehr gut ist es in der Morgenpost vom 24.7.10 Seite12 demonstriert: Es geht darum, ungestört solche Bilder wie das der 2 Herren, in der Öffentlichkeit zu zeigen, dafür wird hier wie ein Löwe gekämpft. Für mich unverständlich.
Lassen sie uns doch eine Demonstration Oral-Sex-Praktiker, in der Öffentlichkeit, in eindeutigen Posen durchführen und hören aus welcher Richtung dann das Geschrei kommt.