„Homophobie ist heilbar“ – HIV nicht!
Vom IWWIT-Truck der DAH grüßt die AIDS-Hilfe Leipzig die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der CSD-Demo in Leipzig und die Bürger- und BesucherInnen unserer schönen Stadt.
Für die AIDS-Hilfe Leipzig ist es besonders in ihrem zwanzigsten Jubiläumsjahr eine Herzensangelegenheit, sich am CSD zu beteiligen und unsere Arbeit in diesem Rahmen zu präsentieren.
Der Leipziger CSD ist seit langem ein politischer CSD mit einer deutlichen Botschaft. - „Homophobie ist heilbar“ - heißt es das zweite Jahr in Folge. Das Leipziger CSD-Motto wurde letztes Jahr bei einer deutschlandweiten Onlineumfrage auf den ersten Platz gewählt und ist weiterhin brisant.
Erst kürzlich konnten wir bei der Fussball-WM wieder beobachten, wie homophob es unter den National-Kickern zugeht. Von Toleranz, geschweige denn Akzeptanz gibt es hier keine Spur.
„Homophobie ist heilbar“ - steht gegen Diskriminierung. Doch Diskriminierung erfahren Lesben, Schwule und Transgender nicht nur aufgrund ihrer sexuellen Identität, sondern auch in folge ihres HIV-Status. Dabei sind HIV-Positive genauso wenig Menschen zweiter Klasse, wie Lesben, Schwule und Transgender. In unserer täglichen Arbeit erleben wir die Angst vor dem HIV-positiven Outing. Oft berichten Klienten, die in der schwulen Szene unterwegs sind, wie sie nach der Eröffnung ihres HIV-positiven Status von der Liste der potentiellen Sexualpartner gestrichen werden und diese vertrauensvoll mitgeteilte Neuigkeit sich in Windeseile in der Szene verbreitet.
Ängste vor einer Ansteckung und Informationsdefizite lassen viele Menschen mit HIV und AIDS am Rande unserer Gesellschaft leben. Oft wird die HIV-Infektion lebenslang als großes Geheimnis mit sich rumgetragen. Doch Toleranz und Akzeptanz lernt man durch das persönliche Erleben und Kennen lernen. Wir als AIDS-Hilfe kämpfen mit den unterschiedlichsten Aktionen gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung, damit HIV und AIDS ein Gesicht bekommt und wir Betroffene wieder in der Mitte unserer Gesellschaft integrieren. Wir ermutigen ebenso sexuell aktive Menschen, ihren HIV-Status mit einem Antikörpertest feststellen zu lassen und bieten Unterstützung an, HIV-negativ zu bleiben.
Diese Arbeit und besonders HIV und AIDS-Prävention kostet auch Geld. Vor dem Hintergrund des Anstiegs der Neudiagnosen, besonders in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben, darf HIV-Prävention nicht nachlassen. Sie muss mit Phantasie und Kreativität ausgebaut werden und weiter finanziert werden. Der Haushalt der sächsischen AIDS-Hilfen wurden dieses Jahr um 30 Prozent gekürzt. Diese Kürzungen betreffen direkt unsere Präventionsarbeit und werden sich auf lange Sicht in einem Anstieg der HIV-Neuinfektionszahlen niederschlagen.
Deshalb geht unser Appell an die Politiker unserer Stadt und des Landes Sachsen: Lasst keine weiteren Kürzungen der finanziellen Mittel im HIV/AIDS-Bereich zu. In diesem Gebiet zu sparen heißt, mit der Gesundheit und dem Leben aller sexuell aktiven Menschen zu spielen.
„Homophobie ist heilbar“ – HIV nicht! Deshalb rufe ich euch alle zur Solidarität untereinander auf. Auch bei sexuellen Begegnungen ist die Eigenverantwortung jedes Einzelnen gefragt. Informiert euch und schützt euch! Übt euch in Toleranz und Akzeptanz gegenüber Menschen mit HIV und AIDS in der homosexuellen Szene. „Liebe schenken – Liebe schützen“ , das Motto der AIDS-Hilfe Leipzig e.V. ist weiterhin hoch aktuell.
Ich wünsche uns allen einen anregenden CSD, sexy Gespräche und safe Begegnungen!
Redemanuskript von Sandra Gödicke (Sozialarbeiterin AIDS-HIlfe Leipzig e.V.)






Einen Kommentar schreiben: