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News

50 Jahre Stonewall — Wir sind noch nicht fertig! Nachdem Magnus Hirschfeld zur Jahrhundertwende die erste Homosexuellen-Bewegung begründete, stellen die...
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Ordner*innen gesucht! Wir brauchen Dich
Der Leipziger CSD (Christopher Street Day) sucht für die Demo am 13.07.2019 dringend Ordner*innen. Als Dankeschön gibt es einen Gästelistenplatz...
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Layout-Wettbewerb 2019

Layout-Wettbewerb 2019

Kreative Menschen gesucht!Auch für den CSD Leipzig 2019 benötigen wir wieder ein Layout. Einsendeschluss ist der 09.02.2019 um 24 Uhr Die*der...
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DANKE

DANKE

DANKE! Wir danken all den tausenden von Menschen, die gestern mit uns demonstriert und im Anschluss das Straßenfest besucht haben!...
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Liebe Queere* Community, liebe Unterstützer*innen, ENDLICH! Die Ehe für alle ist da! Und damit sind alle unsere Probleme gelöst. Oder?!...
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Programmheft 2018

Programmheft 2018

Das Programmheft mit allen Veranstaltungen der CSD-Programmwoche vom 13.07. - 21.07.2018 könnt Ihr Euch hier herunterladen: CSD-Programmheft 2018 | 5 MB...
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Grußwort Dr. Franziska Giffey
Sehr geehrte Teilnehmende des CSD Leipzig, 2017 war ein erfolgreiches Jahr im Hinblick auf die rechtliche Gleichstellung von LSBTI- Personen....
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CSD Spot 2018

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Bühnenprogramm 2018

Bühnenprogramm 2018

Zum Straßenfest des CSD Leipzig 2018 auf dem Marktplatz sind für Euch live on stage: 14:00 - 16:00 Uhr (Bühne)...
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CSD-Plakat 2018

CSD-Plakat 2018

Wir präsentieren: Das Plakat des Christopher Street Day 2018 in Leipzig! Das Plakat wurde entworfen von Max Gramm (Fuchs Print).
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11.05.2018 Gemeinsame Stellungnahme des CSD Leipzig und des emanzipatorischen Blocks auf dem CSD Seit dem 14.02.2018 gab es im Plenum...
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IDAHIT* 2018

IDAHIT* 2018

Rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*-Feindlichkeit (IDAHIT*) am 17.Mai will der IDAHIT* Leipzig auch dieses Jahr...
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CSD-Schwerpunkt 2018

CSD-Schwerpunkt 2018

20.04.2018 Gegen Rassismus, Sexismus, Homo-, Trans*- und Interfeindlichkeit Seit einigen Jahren erstarken rechtskonservative, nationale, antidemokratische und minderheitenfeindliche Parteien und Bewegungen...
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Unvereinbarkeitserklärung
  23.03.2018 Unvereinbarkeitserklärung des Leipziger CSD Der Leipziger CSD, die teilnehmenden Personen, Vereine, Parteien und Initiativen / Projekte bekennen sich...
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Nächstes Plenum

Nächstes Plenum

Das nächste CSD-Plenum findet am 11.04.2018 um 18 Uhr in den Räumen des RosaLinde Leipzig e.V. statt.
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Queerer Stadtplan für Leipzig

Queerer Stadtplan für Leipzig

Der RosaLinde Leipzig e.V. hat einen queeren Stadtplan für Leipzig veröffentlicht. Ihr findet ihr hier: http://www.rosalinde-leipzig.de/de/queeres-leipzig-stadtplan/
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Layout-Wettbewerb 2018

Layout-Wettbewerb 2018

Kreative Menschen gesucht! Auch für den CSD Leipzig 2018 benötigen wir wieder ein Layout. Einsendeschluss ist der 09.02.2018 um 24 Uhr...
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Eheöffnung in Kraft!

Eheöffnung in Kraft!

Ab heute ist das Gesetz zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Kraft. Wer möchte kann sich nun vollkommen...
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Es geht wieder los – CSD 2018
Wir beginnen mit der Planung des Christopher Street Day (CSD) Leipzig 2018. Der Leipziger CSD wird von einem demokratischen Plenum...
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Nachruf für Berthold Voigt
Vor kurzem erreichte uns die traurige Nachricht, dass vergangenen Donnerstag leider Berthold Voigt viel zu früh verstorben ist. Berthold war...
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Unsere Forderungen

1. Der CSD Leipzig steht dafür, dass sich jeder Mensch, frei und sicher in Leipzig und anderswo bewegen kann. Niemand sollte körperliche, psychische, verbale, staatliche und/oder gesellschaftliche Gewalt zu befürchten haben!

„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ (Art. 1 GG) „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich!“ (Art. 3 GG) „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ (Art. 2 GG) Das steht im Grundgesetz, aber die Realität sieht häufig noch so aus: Menschen werden immer noch für ihre Identität oder Orientierung angegriffen und ausgegrenzt. Im ersten Halbjahr 2017 gab es fast 30% mehr Straftaten gegen queere* Menschen in Deutschland als im Vorjahreszeitraum. (Drucksache 18/13255) Homo- und Bisexualität werden immer noch als eine andere Form des Begehrens und ebenso als Abweichung von der Norm gewertet und sanktioniert, ebenso wie Trans* und Intergeschlechtlichkeit. Arktikel 3 des Grundgesetzes „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ muss um „oder seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität“ erweitert werden um eine rechtliche Anerkennung zu erhalten.

2. Der CSD Leipzig setzt sich dafür ein, dass Menschen nicht aufgrund ihres Geschlechtes oder ihrer Geschlechtszugehörigkeit unterdrückt, benachteiligt oder stereotypisiert werden!

Frauen* und Männer* werden immer noch viel zu oft auf Grund ihres Geschlechtes von der breiten Masse unterschiedlich behandelt und stereotypisiert. Diese Problematik lässt sich besonders im Profi-Sportbereich aufzeigen. Am Beispiel Frauenfußball wird deutlich, dass sportliche Leistungen von Frauen weniger interessieren und weniger gefördert werden. Im Gegenzug dafür wird Männern Stärke in allen Bereichen unterstellt und in der Öffentlichkeit eine sensible und emotionale Seite abgesprochen wird. Die Abwertung und vorurteilsbesetzte oder sexualisierte Objektivierung – von Frauen, Männern und Trans*-Personen ist unvereinbar mit einer gleichgestellten und aufgeklärten Gesellschaft. Wir lehnen Sexismus in jeglicher Form und Weise ab.

3. Wir fordern ein Ende von Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Hass auf LGBTI*!

Aus diesem Grund stehen wir gegen den aktuellen Rechtsruck in der Gesellschaft ein. Dieser Rechtsruck geht von Parteien wie der AfD oder dem III. Weg aus. Auf der Straße schlägt er sich bei Demonstrationen wie denen von PEGIDA und der Identitäten Bewegung oder bei Protesten gegen die Unterkünfte von Geflüchteten nieder. Zeitschriften, wie das verschwörungstheoretische Compact-Magazin, oder der Antaios-Verlag befeuern rechte Ideologien weiter. Dabei verbreiten sie bewusst Lügen und Halbwahrheiten, die von den anderen gerne aufgenommen und weiter verbreitet werden. Aber auch in der Mitte der Gesellschaft wird der Ton rauer und Rechtspopulist*innen wird immer häufiger ein Forum geboten. Das gilt leider auch für unsere Community. Dieser Entwicklung wollen wir uns überall entgegenstellen. Der CSD Leipzig steht für eine freie Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Orientierung frei Leben können.

4. Der CSD Leipzig fordert eine Gesetzesänderung, nach der Hassverbrechen gegen queere* Menschen als solche verfolgt werden.

Im § 46 Absatz 2 StGB steht: „Bei der Zumessung wägt das Gericht die Umstände, die für und gegen den Tätet sprechen, gegeneinander ab. Dabei kommen namentlich in Betracht: Die Beweggründe und die Ziele des Täters, besonders auch die rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende, […]“ Diese Beweggründe und Ziele des Täters sind auschlaggebend über die Höhe der Strafe. Die Formulierung „sonstige menschenverachtende“ Motive macht homo-, bi-, trans- und/oder interfeindliche Gewalttaten unsichtbar. Wir fordern eine Gesetzesänderung mit dem Zusatz „[…], homo-, bi-, trans-, interfeindliche oder sonstige menschenverachtende […]“, damit Gewalt gegen queere* Menschen thematisiert und als solche rechtlich verfolgt wird.

5. Der CSD Leipzig fordert eine Veränderung der gängigen Entscheidungspraxis in Asylverfahren von queeren* Personen und Wahrung der geltenden nationalen und europäischen Rechtslage! Länder, die queere* Menschen kriminalisieren, dürfen nicht als „sichere Herkunftsländer“ erklärt werden.

Queere* Menschen werden weltweit in rund 72 Staaten strafrechtlich verfolgt, bis hin zu Folter und Mord,  insbesondere Trans*Personen sind in vielen Ländern massiven Übergriffen ausgesetzt. Algerien, Marokko, Tunesien sollen wieder als sichere Herkunftsländer  deklariert werden. Das ist sehr problematisch, weil in diesen Staaten die gesellschaftlichen Diskriminierungen gegenüber queeren* Personen  in aller Härte stattfinden. Nach Art.16a Grundgesetz (GG) darf Asyl beantragt werden, wenn die Verfolgung auf Grund der sexuellen Orientierung und/oder der geschlechtlichen Identität stattfindet. Auf Basis der persönlichen Anhörung und der eingehenden Überprüfung von Dokumenten und Beweismitteln entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über den Asylantrag, häufig ist der Nachweis der sexuellen Orientierung erforderlich, um ein Aufenthalts- oder Bleiberecht zu erlangen. Das führt zu ungerechtfertigten Entscheidungen, weil eine Beweisführung zur sexuellen Orientierung nicht möglich ist.

6. Der CSD Leipzig macht sich stark für ein gesetzliches Verbot nicht notwendiger medizinischer Eingriffe an intergeschlechtlichen Kindern. Wir fordern eine umfassende Aufklärung und die Anerkennung von Intergeschlechtlichkeit als Variante von Geschlechtlichkeit sowie eine positive standesamtliche Personenstandsbezeichnung.

Wenn ein Kind geboren wird, das körperliche Merkmale beider Geschlechter bzw. eine uneindeutige Geschlechtlichkeit aufweist, dann spricht die Fachwelt von Intersexualität. Medizinische Fachkräfte entscheiden dann welches Geschlecht zugewiesen wird. Was wird aus dem Kind, wenn sich Ärzt*innen geirrt haben? Aber warum muss ein Geschlecht zugewiesen werden? Weil im deutschen Personenstandsgesetz festgelegt wurde, dass in die Geburtsurkunde entweder das weibliche oder das männliche Geschlecht eingetragen werden muss.

Seit dem 1. November 2013 darf der Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde frei bleiben (Änderung des § 22 Personenstandsgesetzes). Aber noch heute werden intersexuelle Kinder im Säuglingsalter durch „kosmetische“ Operationen (z.B. Kastration, Klitorisverkleinerung, Anlegen einer Neovagina), die oft zu Unfruchtbarkeit führen, auf ein Geschlecht festgelegt.Eine Sterilisation gegen den Willen der Betroffenen ist in Deutschland verboten weder Eltern, noch das Kind selbst können darin einwilligen (§ 1631 BGB).  Aber, es gibt keine Einwilligungsbeschränkung, wenn der Eingriff als Heilbehandlung zu definieren ist, da Intergeschlechtlichkeit als „Sexualdifferenzierungsstörung“ bezeichnet wird. Von vielen Betroffenen wird dies im Nachhinein als äußerst traumatisierend beschrieben. Das deutsche Rechtssystem muss die Existenz intergeschlechtlicher Menschen akzeptieren und eine würdevolle Form des Personenstandes schaffen, da der Personenstand in Deutschland Daten über die Geburt, das Geschlecht, Eheschließung(en) und Tod umfasst. Dies beinhaltet auch die damit in Verbindung stehende familien- und namensrechtliche Regelungen. (§ 1 PStG).

7. Der CSD Leipzig steht für die Abschaffung des Transsexuellengesetzes. Wir fordern die Erarbeitung eines Gesetzes zur Anerkennung der Geschlechtsidentität und zum Schutz der Selbstbestimmung bei der Geschlechtszuordnung.

Laut Transsexuellengesetz (TSG) müssen in Deutschland Trans* Menschen sich für die juristische Änderung ihres Namens und/oder des Personenstandes von zwei unabhängigen Sachverständigen begutachten lassen. Diese kostenintensive Zwangsbegutachtung steht unter heftiger Kritik und wird von vielen als sehr unangenehm, äußerst belastend und entwürdigend empfunden, da die Offenlegung intimster Gefühlswelten – von traumatischen Erlebnissen bis hin zum gelebten Sexualverhalten – aufgenötigt wird. Die Vornamens- und Personenstandsänderung ist für viele Transpersonen von immenser Bedeutung. Sie brauchen sie, um Ausbildungen von vornherein mit dem richtigen Namen beginnen und Zeugnisse auf den richtigen Namen ausstellen lassen zu können. Sie brauchen sie, um ungehindert Arbeit oder Wohnung zu finden. Sie brauchen sie, um sich nicht ständig zwangsouten zu müssen: Sei es im Umgang mit Postangestellten beim Abholen von Paketen, mit Zugbegleiter*innen und oder Straßenbahnschaffner*innen, mit Mitarbeiter*innen von Hotlines und Ämtern, beim Zahlen mit der Kreditkarte oder bei Praxisbesuchen und bei jeder einzelnen anderen Gelegenheit, wo irgendeine Dokumentation auf ihren Namen verlangt wird.

8. Der CSD Leipzig steht dafür, dass Asexualtität als gleichwertige sexuelle Orientierung neben anderer queerer* und Heterosexualität anerkannt wird und gesellschaftliche Sichtbarkeit sowie eine politische Interessenvertretung geschaffen wird.

Asexualität ist eine Form der sexuellen Orientierung und beschreibt Menschen, die keine oder nur eine geringe sexuelle Anziehung zu anderen Menschen haben. In einer derart sexualisierten Gesellschaft, in der wir aktuell leben, werden Menschen, die wenig oder kein sexuelles Begehren empfinden und nicht darunter Leiden, schnell als krankhaft bewertet oder sie verschwinden in der Unsichtbarkeit. In der Mehrheitsgesellschaft erscheint die Auffassung, jeder Mensch muss Sex haben, und Personen die davon abweichen, werden als mangelhaft oder als nicht ernst zu nehmen gesehen.

9. Der CSD Leipzig setzt sich für mehr lesbische Sichtbarkeit ein!

Aufgrund dessen, dass sich heute mehrere Generationen in einer toleranteren Gesellschaft offen zeigen können, hätte es über die Jahre eine steigende lesbische Präsenz geben müssen. Wenn von Homosexuellen gesprochen wird, dann werden Lesben „mitgemeint“, da schwule Männer häufig Bild und Themen dominieren. Auch in der queeren* Community spiegelt sich die allgemeine Gesellschaft wider, lesbische Frauen müssen sich wie alle anderen Frauen eigenständige Beachtung, sprachliche Benennung und politische Relevanz immer neu erkämpfen! Der CSD Leipzig arbeitet darauf hin, der lesbischen Lebensweise mehr Öffentlichkeit zu geben.

10. Der CSD Leipzig macht sich stark für Lebens- und Familienformen abseits der Norm und fordert die rechtliche Anerkennung, deren gesellschaftliche Anerkennung sowie einen respektvollen Umgang mit ihnen.

Schwarz-Weiß-Denken gilt es zu hinterfragen und zu überwinden! Die Gleichstellung und Gleichberechtigung aller Lebens- und Familienformen sowie aller Geschlechtlichkeiten sollte das Ziel sein. Mit der sogenannten „Ehe für Alle“ ist das Ziel nicht erreicht. Vielmehr geht es darum weitere Familienverhältnisse anzuerkennen und einen Rechtsstatus zu schaffen, der allen Menschen offensteht – für beispielsweise Mehrfachelternschaft. Außerdem stehen wir für die Abschaffung des Ehegattensplittings und die Einführung eines „Familiensplittings“, denn Familie findet dort statt, wo Menschen für Kinder und einander Verantwortung übernehmen und muss unterstützt werden.

11. Der CSD Leipzig macht sich stark für eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung in Gender- und Sexualpädagogik für alle relevanten Berufsbilder an Sächsischen Hochschulen, Universitäten und Berufsschulen!

Unkenntnis und Vorurteile gegenüber queeren* Menschen, stellen eine wesentliche Triebfeder für Diskriminierungen bis hin zu Gewaltdelikten dar. Dies kann sich nur durch umfassende Aufklärungs-, Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit verändern. In Forschung und Lehre erfährt der Themenkomplex „sexuelle Identitäten“ kaum Beachtung. Eine moderne, aufgeklärte und lebensweltbezogene Sexualpädagogik ist für Studierende an Sächsischen Hochschulen nicht zugänglich, findet jedoch ihre Entsprechung in den Lehrplänen der sächsischen Schulen und in der Vorschulbildung. Dieser Widerspruch führt dazu, dass Sexualpädagogik im Unterricht nicht stattfindet. Geschlechtliche Vielfalt sollte in der Ausbildung von allen erzieherischen, lehrenden therapeutischen und medizinischen Berufen verankert sein.

12. Der CSD Leipzig steht für eine queere*-inklusive Medizin!

Die Gesundheitsversorgung von queeren* Menschen in Deutschland und besonders in Sachsen ist lückenhaft und barrierereich. In der medizinischen Aus- und Weiterbildung kommen sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten kaum oder nur als Abweichung bzw. als psychische Störungen vor. So versuchen einige Therapeuten nach wie vor Menschen, die eine schwere Last tragen, sich sexuell so benehmen zu müssen, mit der Konversionstherapie, zu heilen.Der Weltärztebund verabschiedete eine Stellungnahme, nach der „Homoheilungen“ „die Menschenrechte verletzen und nicht zu rechtfertigen“ seien. „Es gibt [für diese Methoden] keine medizinische Notwendigkeit und sie stellen eine ernste Gefahr für die Gesundheit und die Menschenrechte von denen dar, die behandelt werden. Queere* Menschen weisen außerdem einen spezifischen medizinischen Bedarf auf, dem bei Weitem nicht nachgekommen wird. So gibt es beispielsweise bis heute keine Standardisierung und Qualifizierung von Transchirurgie bzw. -medizin oder Langzeitstudien zur Wirkung von Hormontherapien.

13. Der CSD Leipzig setzt auf klare Information und Aufklärung für ein selbstbestimmtes Leben.

Einige Gruppierungen, wie zum Beispiel „Besorgte Eltern“, „Marsch für das Leben“ oder evangelikale Freikirchen benutzen gern die Wortkombination Werbung für Homosexualität, wenn es um Informationen zur sexuellen Orientierung geht, reden von Frühsexualisierung der Kinder, wenn es sich um Aufklärung über Sexualität handelt, verklagen Ärzt*innen wegen Werbung für Abtreibung (§ 219 a StGB), weil diese in ihren Websites über Schwangerschaftsabbrüche aufklären. Das ist bewusstes Verhindern von Wissen, um selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können. Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Zeichen zu setzen und den § 219 a StGB (§ 219a StGB wurde 1933 unter der Herrschaft der Nationalsozialisten erlassen) ersatzlos zu streichen.

14. Der CSD Leipzig setzt sich dafür ein, dass die Vielfalt sexueller Identitäten auch im Alter frei von Diskriminierung gelebt werden kann. Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierungen müssen ein Thema in der Pflege sein!

Ältere queere* Menschen gehören zu einer besonders verletzlichen Personengruppe, weil sie Zeiten durchlebt haben, in denen sie weitaus unterdrückenderen gesellschaftlichen Verhältnissen ausgesetzt waren, als wir es heutzutage gewohnt sind. Dies führte häufig dazu, dass viele nie ein Coming-Out gewagt haben oder lange Zeiten, manchmal auch immer, ein Doppelleben führen mussten. Für diejenigen die doch ein Coming-Out wagten, war das Abwenden der (Herkunfts-)Familie und Freunden und/oder den Verlust des Arbeitsplatzes, Kriminalisierung und daraus resultierend soziale Isolation keine Seltenheit. Das führte dazu, dass viele der Älteren heute zurückgezogen leben und im Falle einer Pflegebedürftigkeit große Sorgen und Ängste bestehen, durch anderen Bewohner*innen von stationären Wohneinrichtungen aber auch durch die Pflegekräfte (mobil oder stationär) diskriminiert zu werden. Diese Sorgen sind durchaus berechtigt, denn zu berücksichtigen ist, dass Sexualität an sich und besonders sexuelle Orientierungen und/oder geschlechtliche Identitäten selten bis nie Themen in der Altenpflege sind und deshalb völlig aus dem Blick geraten.

15. Wir fordern, dass die hier benannten Probleme als gesamtgesellschaftliche Probleme begriffen werden!

Ausgrenzendes und diskriminierendes Verhalten sind nicht Probleme Einzelner oder gesellschaftlicher Teilgruppen, sondern sie finden sich in jedem sozialen Umfeld und ziehen sich als Struktur durch die Gesellschaft! Des Weiteren können Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit nicht losgelöst von anderen Ungleichheiten betrachtet und schon gar nicht verändert werden! Wir kritisieren veraltete Machtverhältnisse wie sie sich z.B. in Sexismus, Rassismus, Klassismus, Diskriminierung auf Grund von Aussehen und Feindlichkeit gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen ausdrücken! Unser Blick richtet sich hierbei auch auf uns selbst und Anfeindungen innerhalb unserer Community. Denn selbst eine persönliche Identifikation als queer* und somit als Teil der LSBTTIQA*-Community schützt nicht vor negativen Äußerungen untereinander. Eine Emanzipation einer Gruppe kann und darf nicht auf Kosten anderer erfolgen! Vielfalt ist eine Chance für Alle!

CSD 2018

Fotos von Mimski Fotografie