Das CSD-Programm für 2016 steht!

Ab sofort findet ihr unter: https://www.csd-leipzig.de/veranstaltungen/ unser aktuelles CSD Programm.
Außerdem könnt ihr euch das Programmheft als PDF herunterladen.

CSD Programmheft 2016 Cover

 

CSD-Programmheft 2016 | 2,2 MB
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Grußwort Britta Taddiken – Botschafterin 2016

Gottseidank gibt es den CSD auch in Leipzig nunmehr als bewährte Tradition! In den letzten Monaten ist deutlich geworden, wie wichtig es ist, für Vielfalt, Toleranz und für ein friedliches Miteinander der Verschiedenen einzutreten. Machen wir uns nichts vor: Der völkisch-nationale Rechtsrutsch in einigen osteuropäischen Nachbarländern und das abwertend-verächtliche Gerede auf Pegida- und Taddiken grüner PulloverLegidakundgebungen betrifft in besonderer Weise die Community von Lesben und Schwulen. Nicht zuletzt ließ eine Anfrage der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag aufhorchen, wie viele Homosexuelle es in Thüringen gäbe. Es ist nicht zu übersehen: Die Bereitschaft, in Bezug auf Homosexualität auch rechtlich zu „alten Zeiten“ zurückzukehren, ist da und der auf Spaltung angelegte Kurs rechtspopulistischer Parteien und Vereinigungen in Europa betrifft auch das Miteinander von Menschen verschiedener sexueller Orientierungen. Die Hemmschwelle, gleichgeschlechtlich liebende Menschen zu diskriminieren, ist deutlich gesunken. Aber auch die verdeckte Diskriminierung ist nach wie vor da. Auch im kirchlichen Bereich ist dies an vielen Stellen leider sichtbar, auch wenn dies von leitenden Gremien zurückgewiesen wird. Aber es gibt auch Landeskirchen, in denen es selbstverständlich ist, dass ein verheiratetes männliches Pfarrerpaar gemeinsam im Pfarrhaus lebt und wirkt und wo einzig und allein eines zählt: dass die beiden ihre Arbeit gut machen und in Liebe und mit Respekt auf die ihnen anvertrauten Menschen zugehen. Dass es irgendwann normal sein wird, dass hetero-und homosexuelle Menschen nicht nur rechtlich gleichgestellt sind, sondern sich derselben Achtung und desselben Schutzes unserer Gesellschaft sicher sein können – dafür haben wir in Leipzig und in Sachsen noch auf vielen Ebenen zu arbeiten. So möge dieser CSD dazu beitragen, hier etwas voranzubringen. Ich wünsche allen, die an den Veranstaltungen teilnehmen, gute und erkenntnisreiche Tage!

Ihre Britta Taddiken, Pfarrerin der Thomaskirche in Leipzig

Grußwort des US-Generalkonsuls Scott R. Riedmann 2016

Auch in diesem Jahr ist es uns wieder eine große Freude, den Christopher Street Day in Leipzig zu unterstützen. In Deutschland, wie in den USA, ist die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender weitestgehend im Gesetz verankert. Dennoch ist Diskriminierung für viele LGBT immer noch Alltag. Der Christopher Street Day steht in diesem Jahr unter dem Motto US Generalkonsulat Leipzig„Fundamentalismus und interreligiöser Dialog“ und unterstreicht dabei die wachsende Notwendigkeit einer nachhaltigen Vermittlung von Forderungen und Wünschen der LGBT Gemeinde an die Religionen dieser Welt. playmodel.ch. Mit Stolz verweise ich in diesem Kontext auf die letztjährige Entscheidung des U.S. Supreme Court zur staatlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen als ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz.

Die zahlreichen Veranstaltungen zum Christopher Street Day in Leipzig sind das Ergebnis langer Vorbereitungen und großen ehrenamtlichen Engagements. Dafür will ich den Organisatoren danken und wünsche allen Mitwirkenden und Gästen einen gelungenen CSD 2016!

Scott R. Riedmann
US-Generalkonsul Leipzig

CSD Botschafterin 2016 – Britta Taddiken

Thomaspfarrerin Britta Taddiken wird Botschafterin des CSD Leipzig 2016

Der Christopher Street Day Leipzig wird in diesem Jahr unter dem besonderen Fokus des Umgangs der Religionen mit sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten stehen. Zu diesem sehr wichtigen und vielschichtigen Thema konnte die Pfarrerin der Thomaskirche, Britta Taddiken, als Botschafterin gewonnen werden. Sie selbst sieht eine dringende Notwendigkeit darin „für Vielfalt, Toleranz und für ein friedliches Miteinander der Verschiedenen einzutreten.“ Das Erstarken rechtspopulistischer Parteien in einigen osteuropäischen Ländern, sowie die die abwertenden Reden auf Pegida- und Legidakundgebungen vergiften laut ihrer Einschätzung „auch das Miteinander von Menschen verschiedener sexueller Orientierungen.“Taddiken grüner Pullover

Besonders Sachsen scheint für eine restriktive Haltung zu stehen, was nicht nur das Thema der „Ehe für alle“ betrifft. So erkennt Frau Taddiken: „…auch die verdeckte Diskriminierung ist nach wie vor da. Auch im kirchlichen Bereich ist dies an vielen Stellen leider sichtbar, auch wenn dies von leitenden Gremien zurückgewiesen wird.“ Besonders in Erinnerung bleibt zu diesem Thema der Wegzug eines sächsischen Pfarrerspärchens, die nach Norddeutschland gingen, um eine Gemeinde übernehmen zu können. Rein formell wäre dies auch in Sachsen möglich gewesen. Jedoch steht die sächsische Landeskirche in dem Ruf fest an alten, überholten, Traditionen festzuhalten. Nicht zuletzt der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing ist ein Beispiel dafür. Seine Haltung: Alles abseits der Heteronormativität entspricht nicht dem Willen Gottes.

„Dass es irgendwann normal sein wird, dass hetero-und homosexuelle Menschen nicht nur rechtlich gleichgestellt sind, sondern sich derselben Achtung und desselben Schutzes unserer Gesellschaft sicher sein können.“ Das ist ein ausdrücklicher Wunsch der Thomaspfarrerin, sie erkennt aber gleichzeitig, dass in Sachsen und Leipzig noch auf vielen Ebenen zu arbeiten ist. Sie hofft, dass der diesjährige Christopher Street Day in Leipzig dazu beitragen kann und wird.

Veranstaltungen anmelden

Veranstaltungen können noch bis zum 05.05.2016 unter orga@csd-leipzig.de angemeldet werden.

Die Anmeldung sollte einen Veranstaltungstext (max. 1.200 Zeichen) enthalten.

Bei Unvereinbarkeit der Veranstaltung mit dem Leitbild des CSD Leipzig kann die Aufnahme in das Programm abgelehnt werden. Bei zu vielen Anmeldungen entscheidet aufgrund der begrenzten Seitenzahl der Zeitpunkt der Anmeldung.

Themenschwerpunkt 2016

Sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten im Kontext von Religionen

Liebe, Lust, Sexualität und Religionen sind große Themen die selten konfliktlos nebeneinander stehen und dennoch viel miteinander zu tun haben.

Wer verbindet sich mit wem? Wem gehört was? Welche Rechte hat wer? Weil die Dynamik so stark und die Kontrolle darüber so wichtig ist, bestimmen in den meisten Kulturen traditionell die Religionen darüber, was richtig und falsch, was gut und schlecht ist.

Jede Religion hat eigene Konzepte zum Umgang mit Sexualität und in der Auslegung von Geschlechterrollen bzw. ganz konkrete Vorschriften, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen.

Das hängt stark von der jeweiligen Sprecher*innenposition ab. Wer sagt was, mit welcher Haltung, aus welcher Position. Dabei geht es einerseits um die Frage, wer im Namen einer Religion spricht, aber auch wer sich, um normative Aussagen zu treffen, der Religion als „Argument“ bedient.

So verschieden wie Begehrenskonzepte und/oder geschlechtliche Identitäten sind, so differenziert und vielfältig sind auch religiöse Positionen. Um dieses breite Spektrum soll es in diesem Jahr inhaltlich zum CSD Leipzig gehen:

Während der CSD-Woche liegt der Fokus der Veranstaltungen auf dem Schnittpunkt sexueller Orientierungen und/oder geschlechtlicher Identitäten im Kontext von Religionen: Wo sind Religionen hilfreich und helfen, Perspektiven zu erweitern oder Halt zu geben? Wo werden welche Argumente aus dem Kontext unterschiedlicher Religionen gegen eine offene und plurale Gesellschaft in Anschlag gebracht? Wo dienen religiöse Argumentationsmuster als Deckmantel abwertender Artikulationen? Diese und andere Fragen stellen den Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungsformate dar.

Der CSD verspricht somit auch in diesem Jahr einen spannenden Mix vieler Veranstaltungen. Vom 08. bis zum 16. Juli laden wir alle Interessierten dazu ein, die Programmwoche, das Straßenfest, die Demo und den Prideball zu besuchen.