DANKE!

DANKE!
Wir danken all den ca. 7.000 Menschen, die gestern mit uns demonstriert und im Anschluss das Straßenfest besucht haben!

Wir danken all den zahlreichen Menschen, die an der Organisation des diesjährigen CSD beteiligt waren. Allen Helfer*innen & Ordner*innen und allen anderen die ehrenamtlich viel Zeit und Nerven seit letztem September in die Planung der CSD-Woche und der Demo+Straßenfest investiert haben!

Wir danken den Künstler*innen, dass sie für eine so gute Stimmung gesorgt haben: Miss Mandy Cleenex, Squeezebox!! Berlin mit Gloria Viagra, wonach wir suchen, Philbastian, Kevin Neon mit John Riot, Bittersüßes Gift und L.E. Soulfuckers!

Wir danken natürlich auch all unseren Unterstützer*innen & Sponsor*innen! Ihr findet sie hier: https://www.csd-leipzig.de/unterstuetzerinnen/

Ein ganz besonderer Dank gilt auch dem Rettungsteam von RMD RescYou, welches sich gestern um Euer leibliches Wohl gekümmert hat!

Und ein ganz großes DANKE geht auch an Ingo Günther von den Leipzig Bären, der gestern kurzfristig als Moderator für die Interviews auf der Bühne eingesprungen ist!

DANKE!
Das Team des CSD Leipzig

CSD Route 2017

Marktplatz – Salzgäßchen – Reichsstraße – Willy-Brandt-Platz (Innenring) – Goehtestraße – Augustusplatz, vor Oper Leipzig (1. Stopp) – Roßplatz (Innenring) – Martin-Luther-Ring – oberer Martin-Luther-Ring (2. Stopp vor dem Neuen Rathaus) – Martin-Luther-Ring – Harkortstraße – Beethovenstraße – Simsonplatz (vor BVerwG, 3. Stopp) – Wächterstraße – Wilhelm-Seyfferth-Straße – Beethovenstraße – Straße des 17. Juni – Peterssteiweg – Wilhelm-Leuschner-Platz – Roßplatz (Außenring) – Universitätsstraße – Schillerstraße – Neumarkt – Reichsstraße – Salzgässchen – Marktplatz

Grußwort des CSD Deutschland e.V. 2017

„Wir haben die Wahl !
2017 steht wie seit langem kein Jahr mehr im Fokus von Wahlentscheidungen. Dabei klingt noch der doppelte Donnerhall mit Brexit und Trump aus dem Vorjahr nach. Österreich, die Niederlande und die Türkei zeigen wie breit und gespalten die Gesellschaft ist und bei uns weisen die Landtagswahlen im Saarland, in Scheswig-Holstein und NRW den Weg zur Bundestagswahl im September.
Wieso ist diese Wahl überhaupt noch wichtig? Haben wir nicht mit der Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare nun alles erreicht?

16 Jahre lang wurde jeder Schritt in diese Richtung durch die CDU-geführten Bundesregierungen blockiert. Anpassungen fanden lediglich auf Druck des Bundesverfassungsgerichtes statt. Doch nachdem jeder mögliche Koalitionspartner die Öffnung der Ehe zum unverzichtbaren Bestandteil ihrer Programme erklärt hat, hat die Kanzlerin dieses Thema noch in der letzten Plenarwoche abgeräumt.

So erfreulich das Ergebnis ist, so sehr ist es doch auch Verpflichtung, weiterzumachen. Die vielen Kommentare im Vorfeld und im Nachhinein zeigen uns deutlich, das ein großer Teil der Bevölkerung homosexuelle Menschen als minderwertig und ungleich ansieht. Selbst im Parlament schreckten CDU und CSU nicht davor zurück dies explizit zu sagen. Der Vorgang zeigte uns auch, dass wir von einer wohlgesonnenen Mehrheit abhängig sind. Das letztlich ein großer Teil der CDU-Abgeordneten dafür gestimmt hat, hatte die letzten Jahre leider keine spürbaren Auswirkungen.

Auch eine Novellierung des Transsexuellengesetzes ist mehr als überfällig, von der Ergänzung des Artikel 3 Grundgesetz um das Merkmal der der sexuellen Orientierung ganz zu schweigen. Eben, damit unsere Gleichberechtigung nicht zum Spielball von Mehrheiten wird.

Deshalb sind wir auch weiterhin gefordert auf die Straße zu gehen und lautstark einzufordern, was unser Menschenrecht ist. Deshalb ist jeder CSD wichtig für unser Land – ganz egal ob er 200 oder 500.000 Menschen erreicht! Wir müssen uns zeigen und hör- und sichtbar sein.

Wir dürfen den Rollback-Bewegungen von Rechts nicht im Vertrauen auf die Vernunft der schweigenden Mehrheit stumm zusehen. Jede und jeder steht in der Verantwortung für eine freie, offene und demokratische Gesellschaft einzustehen und zu demonstrieren. Beim CSD auf der Strasse und im Wahllokal.

Auch wenn die großen Parteien uns dauerhaft enttäuscht haben und unser Glaube in Wahlprogramme und Versprechungen gerade im Wahljahr gegen Null geht, ist es immens wichtig gerade jetzt unsere Stimme zu erheben und abzugeben – für Demokratie und Vielfalt. Für Akzeptanz statt Toleranz.

Wir wünschen den CSDs und Ihren Organisatoren eine erfolgreiche, spannende, bunte und politisch fruchtbare Christopher-Street-Day Saison.“

Grußwort von Sarah Buddeberg (MdL) zum CSD 2017

„Die Ehe für alle kommt. Ohne Frage ein großer Erfolg!

Wer aber glaubt, dass wir nun im Gleichstellungsparadies leben, irrt leider. Denn gerade Sachsen ist aus queer- und gleichstellungspolitischer Sicht ein Entwicklungsland.

Ich kenne aus meiner Arbeit viele Menschen, die sich nach ihrem Outing nicht mehr in die Schule oder an den Arbeitsplatz trauen. Für homosexuelle Paare kann es auch hierzulande immer noch gefährlich sein, sich in der Öffentlichkeit zu umarmen oder küssen. Und was müssen Menschen hier durchleben, damit ihr Geschlecht überhaupt anerkannt wird! Kostspielige und erniedrigende Verfahren zeigen, dass wir von einer offenen und toleranten Gesellschaft noch weit entfernt sind. Wir sollten nicht dabei stehen bleiben, die Ehe für alle zu beklatschen, sondern uns für eine gewaltfreie Gesellschaft einsetzen, in der alle ohne Angst leben und lieben können.

Wir müssen über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Wir dürfen nicht schweigen, wenn in anderen Teilen der Welt brutale Antworten für LSBTIQ* gefunden werden. Gummigeschosse, die die türkische Regierung unlängst zum Gay-Pride-Marsch in Istanbul einsetzte. Systematische Verfolgung und Gewalt, die Menschen in Tschetschenien erleiden. Nicht zu vergessen das Massaker in Orlando vor einem Jahr, bei dem 49 Menschen in einem LSBTIQ*-Club erschossen wurden.

Zu Recht lautet das Motto des diesjährigen CSD in Leipzig deshalb „Stop Hate“.

Gewalttätige Reaktionen auf den Wunsch nach einem gleichberechtigten und vielfältigen Miteinander sind Ausdruck des blanken Hasses gegenüber allem, was der scheinbaren Norm zuwider läuft. Und diesem Hass müssen wir uns entgegenstellen und weiter für die Akzeptanz von LSBTIQ* streiten!

Wir alle können und müssen etwas verändern, denn die Ehe allein reicht nicht! In diesem Sinne: Stop Hate!“