CSD Leipzig goes PODCAST!

Wir wollen euch in unserem Podcast den CSD Leipzig vorstellen. Wer sind die Macher*innen, die jedes Jahr den CSD Leipzig und die Programmwoche gestalten? Wie sieht die queere Szene in Leipzig aus? Außerdem soll unser Podcast auch eine Möglichkeit sein, mit der Community ins Gespräch zu kommen. „Inside CSD Leipzig – der Podcast“ erscheint monatlich. Wenn ihr Fragen, Kritik, Wünsche oder Themenvorschläge habt, meldet euch gern per E-Mail bei uns: podcast@csd-leipzig.de

Spotify
SoundCloud Logo
Soundcloud
Deezer
Itunes (Coming Soon!)

Stellungnahme des CSD Leipzig zu den LGBT-freien Zonen in Polen

Die rechtspolitische Wochenzeitung »Gazeta Polska« legte Anfang 2019 ihrer Ausgabe einen Aufkleber mit der Aufschrift »LGBT-freie Zone« bei – sprich frei von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender Personen – als Reaktion auf eine Initiative des liberalen Warschauer Bürgermeisters. Dieser wollte queere Lebensentwürfe in die Sexualkundelehrpläne örtlicher Schulen aufnehmen. Das Warschauer Bezirksgericht hat zwar im Juli 2019 die weitere Verbreitung der Aufkleber verboten, bis dahin hatten sich allerdings schon dutzende Gemeinden zu »LGBT-freien Zonen« erklärt, mit der Begründung, die LGBT-Ideologie bedrohe die christlichen Werte und die Integrität der polnischen Familie.

Rund 100 Lokalregierungen haben sich dieser Aktion inzwischen angeschlossen. Im Fokus steht dabei das vermeintliche Wohl der Kinder. Sexualkunde, insbesondere solche, die LGBT-Themen einbezieht, sei zu verurteilen. Gefordert werden der Entzug jeglicher Unterstützung für LGBT-freundliche Organisationen und die Einrichtung eines Meldesystems, bei dem Fälle der Verletzung von Familienrechten denunziert werden können.

Präsident Andrzej Duda verteidigt die Einrichtung der »LGBT-freien Zonen« mit einer beliebten Pseudodifferenzierung: Die Zonen richten sich nicht gegen Personen, sondern lediglich gegen eine übergeordnete Ideologie. Aber auch auf nationaler Ebene macht die Regierungspartei Prawo i Sprawiedliwość (kurz PiS) seit dem Europawahlkampf verstärkt Stimmung gegen queere Personen. PiS-Chef Jarosław Kaczyński betont oft, wie sehr vermeintliche Gender- und LGBT-Ideologien die polnische Identität bedrohen.

Im Dezember verurteilte das Europäische Parlament die Einrichtung von »LGBT-freien Zonen« und betonte, dass EU-Gelder nicht für diskriminierende Projekte verwendet werden dürften. Konkrete Maßnahmen sind jedoch nicht geplant. Einzelne Kommunen reagieren deutlicher: Die französische Kleinstadt Saint-Jean-de-Braye kündigte kürzlich ihre Städtepartnerschaft mit dem polnischen Tuchów auf. Deutsche Städte wie Weimar, Stendal und Paderborn prüfen Medienberichten zufolge derzeit, ob sie ihre Städtepartnerschaften in »LGBT-freien Zonen« aufrechterhalten wollen.

Die Leipziger Partnerstadt Krakow gehört nicht zu LGBT-freien Zonen, aber in einer Predigt zum Jahrestag des Warschauer Aufstands im August 2019 hatte der Krakauer Erzbischof gewarnt, Polen werde heute von einer „Regenbogen-Pest“ bedroht.

Die Predigt hatte große Aufmerksamkeit und Kritik erhalten, in Krakau und Warschau hatte es Kundgebungen gegen die Worte des Bischofs gegeben. Angesichts dieser Proteste hatte die Bischofskonferenz vor einem „Ideologischen Totalitarismus“ durch LGBTI-Aktivisten gewarnt und ihren Widerstand gegen eine „LGBTI-Ideologie“ und gegen Rechte für homo- und transsexuelle Personen bekräftigt.

Der CSD Leipzig fordert daher alle empathischen Menschen auf, Stellung gegen die hassschürende Ideologie in Polen zu beziehen und diese queerfeindlichen Missstände öffentlich zu machen. Des Weiteren bitten wir vorhandene Hilfestrukturen und die Community in Polen zu Unterstützen und sich solidarisch zu zeigen.

Layout-Wettbewerb 2020

Kreative Menschen gesucht!
Auch für den CSD Leipzig 2020 benötigen wir wieder ein Layout.

Einsendeschluss ist der 09.02.2020 um 24 Uhr Die*der von uns durch Abstimmung gewählte Gewinner*in erhält ein Honorar i.H.v. 500€.

Alle Teilnehmenden mit vollständiger Einsendung erhalten als kleines Dankeschön einen Gästelistenplatz für den Prideball, die große CSD-Abschlussparty.

Dein Layout kannst du einfach via Mail an orga@csd-leipzig.de schicken.

Die*Der Gestalter*in ist im Design vollkommen frei. Als thematischen Schwerpunkt in der Gestaltung sollte sich die Sichtbarkeit von queeren*1 Menschen im urbanen und ländlichen Raum sowie ihre Probleme ausdrücken. Das Motto für den CSD Leipzig 2020 lautet „(Un)sichtbar?!. Urheberrechtlich geschützte Inhalte Dritter als Teil des Layouts sind nach Möglichkeit bitte gering zu halten, da wir Extrakosten für Nutzungsrechte eher vermeiden bzw. wenn nicht anders möglich, zumindest gering halten wollen. Auf solche urheberrechtlich geschützten Inhalte Dritter muss bei Einreichung des Vorschlages hingewiesen werden. Einsendeschluss für Vorschläge ist der 09.02.2020 um 24:00 Uhr. Das CSD Plenum wählt aus allen Einsendungen anschließend einen Layout-Vorschlag unter Berücksichtigung der Kriterien (1. Gestaltung / 2. Innovation / 3. Politische Aussage) aus. Gegebenenfalls müssen nach der Wahl Anpassungen am Layout vorgenommen werden. Die*Der gewählte Gestalter*in erhält ein Honorar i.H.v. 500,00 €. Voraussetzung für den Erhalt des Auftrages ist neben der Wahl, dass dieder Gestalterin zum betreffenden Zeitraum (April bis Juni 2020) verfügbar ist und den Auftrag umsetzen kann. DerDie Gestalter*in kann bei der Wahl anwesend sein und den Vorschlag selbst vorstellen. Insofern dies nicht möglich ist, können, falls es erforderlich erscheint, kurze Erklärungen mitgeschickt werden, welche verlesen werden. Alle Teilnehmenden (mit vollständiger Einsendung) erhalten als kleines Dankeschön für die Teilnahme einen Gästelistenplatz für den Prideball, die CSD-Abschlussparty.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Alle nötigen Informationen, sowie die Teilnahmebedingungen sind in der PDF zu finden, welche ihr hier herunterladen könnt:

Queer*1 ist ein Sammelbegriff für Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Asexuelle, Trans*-, Inter*-
Geschlechtlichkeit und Identifizierungen jenseits der heterosexuellen Norm

Bild: cc – creative commons Lizenz „pencils“ copyright by Elle * https://www.flickr.com/photos/ellebeere/4605043024/ 

Demoroute 2019

Unsere Demoroute für den #CSDLeipzig 2019, 13.07. 14 – 16 Uhr. Dieses Jahr mit einem Demowagen dabei sind (Aufzählung wie Reihenfolge bei der Demo):

  • CSD Leipzig
  • devious Dragmaids
  • Rosalöwen
  • SPD
  • Diva and Friends
  • Die Tollkirschen
  • L Gruppe
  • die Linke
  • CSD Magdeburg
  • Bündnis 90/die Grünen
  • emanzipatorischer Block

Grußwort Botschafter*innen 2019

Liebe Gäste des Christopher Street Day Leipzig,

verehrte Unterstützer*innen von Vielfalt in Sachsen,

werte Menschen*.

50 Jahre ist es her, dass sich Dragqueens, schwarze Trans*frauen und Sexarbeiter*innen in der New Yorker Christopher Street gegen polizeiliche Repressionen und Willkür, ausufernden Hass und Gewalt zur Wehr setzen. „Stonewall“ war ein Aufstand, der die moderne queere Menschenrechtsbewegung mit Leben erfüllte. Die Wucht dieses Aufstands wirkt bis heute zum CSD Leipzig nach – Wir sind noch nicht fertig!

Denn vorurteilsmotivierte Gewalt gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, trans- und intergeschlechtliche sowie queere Menschen ist auch 2019 in Sachsen noch immer ein Problem. Welche Ausmaße die Gewalt hat, wissen wir seit Juni dieses Jahres. Die erste Gewalterfahrungsstudie von LSBTTIQ* in Sachsen zeigt schwarz auf weiß: Diskriminierungserfahrungen und Gewalt sind Alltag, jedoch werden diese Übergriffe kaum bei der Polizei angezeigt, unter anderem auch deshalb, weil LSBTTIQ* eine erneute Diskriminierung durch Polizeibeamt*innen befürchten. Die sächsische Polizei muss jetzt aktiv werden und Maßnahmen ergreifen, um Vertrauen aufzubauen und die Anzeigebereitschaft von Opfern vorurteilsmotivierter Gewalt zu erhöhen!

In Sachsen setzen sich jeden Tag viele Menschen für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein, führen Aufklärungsarbeit in Schulen oder Behörden durch, beraten in schwierigen Lebensphasen, tragen die Selbsthilfe und erweitern die kulturelle Landschaft. Sie betreiben aktive Gleichstellungsarbeit. Wenn am 01. September 2019 ein neuer Landtag in Sachsen gewählt wird, dann steht die Zukunft dieser Arbeit auf dem Spiel.

Als queerer Dachverband und stolze Botschafter*innen des diesjährigen CSD Leipzig gilt auch für uns: Wir sind noch nicht fertig! 2019 stehen unsere erkämpften Freiheiten, errungene Anerkennung und eingeforderte Teilhabe in Sachsen stärker denn je unter Druck. 50 Jahre nach den Stonewall Riots kommt es umso mehr auf Vertrauen, Verlässlichkeit und Solidarität in unseren Communities an. Unterstützt die queeren Vereine in Sachsen! Kämpfen wir gemeinsam wir für Respekt, Akzeptanz und Vielfalt in Sachsen – und in unseren Communities. Macht euch am 01.September 2019 stark für eine vielfältige Gesellschaft. Jede*r soll selbstbestimmt und unversehrt leben, frei von Gewalt, jederzeit und überall.

In diesem Sinne wünscht die LAG Queeres Netzwerk Sachsen allen Teilnehmenden und Besucher*innen einen kraftvollen, solidarischen und kämpferischen CSD Leipzig 2019.

Wir haben es in der Hand!

CSD Leipzig 2019 – Themenschwerpunkt

50 Jahre Stonewall — Wir sind noch nicht fertig!

Nachdem Magnus Hirschfeld zur Jahrhundertwende die erste Homosexuellen-Bewegung begründete, stellen die Aufstände in New York am 27. Juni 1969 in der Christopher Street den namensgebenden Beginn der zweiten modernen queeren Bewegung, der CSD-Bewegung, dar.

Noch während die New Yorker Polizei eine Razzia im Stonewall Inn, einer Bar mit vor allem homosexuellem und transgeschlechtlichem Publikum, durchführte, brach ein Aufstand von etwa 4.000 queeren Menschen, vor allem von Transfrauen of Colour und DragQueens, aus. Ein Erweckungsmoment für Emanzipation und Gleichberechtigung, welcher in den folgenden Jahren und Jahrzehnten zu Befreiungsbewegungen rund um den Globus führte. Aus Angst wurde Mut, aus Verstecken wurde Stolz: Der Christopher Street Day bzw. Pride war geboren.

In Tradition der Aufstände in der Christopher Street fand auch in Leipzig 1992 der erste CSD statt. Bis heute organisiert eine kleine Zahl engagierter Menschen jedes Jahr eine Demonstration für Freiheit, Akzeptanz und Vielfalt in Leipzig. Wo zunächst nur einige hundert Menschen auf die Straße gingen, waren es in den vergangenen Jahren Tausende.

Auch 2019 wollen wir Tausende einladen mit uns zu demonstrieren. Unter dem Motto „50 Jahre Stonewall – wir sind noch nicht fertig“ rufen wir die Leipziger Stadtgesellschaft am Samstag den 13. Juli 2019 erneut auf mit uns gemeinsam auf die Straße zu gehen und anschließend gemeinsam zu feiern.

Denn wir sind eben noch nicht fertig! Der Christopher Street Day Leipzig steht seit langem für mehr als nur das Recht von Lesben, Schwulen und Bisexuellen gleichgeschlechtlich heiraten zu dürfen. Keine Frage: die Öffnung der Ehe ist eine wichtige Errungenschaft, doch es gibt noch viel mehr zu erreichen. Das Abstammungsrecht diskriminiert nach wie vor Regenbogenfamilien, das Transsexuellengesetzes (TSG) muss dringend reformiert werden, unnötige, ungewollte medizinische Eingriffe an intergeschlechtlichen Kindern dürfen nicht mehr durchgeführt werden, eine Änderung der gängigen Entscheidungspraxis im Asylverfahren von queeren Personen ist notwendig, Medizin und Pflege muss sich queeren Bedürfnissen öffnen. Das sind nur einige Beispiele.

Zu diesen Themen bietet die CSD-Programmwoche vom 05. bis 13. Juli 2019 wieder zahlreiche kulturelle und inhaltliche Veranstaltungen, um zu informieren und weiterzubilden.

Der CSD Leipzig hat noch eine weitere wichtige Botschaft.

In Leipzig und Sachsen finden dieses Jahr drei wichtige Wahlen statt. Die Kommunal- und Europawahl im Mai und die Landtagswahl im September. Zu allen Wahlen treten rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien an, die unsere über Jahrzehnte erkämpften Fortschritte in der Gleichbehandlung wieder rückgängig machen möchten und somit einen gesellschaftlichen Rollback vollziehen wollen. Das System der Angst und des Versteckspiels, gegen welches die mutigen Menschen des 27. Juni 1969 in New York zu kämpfen begannen, dürfen wir nicht ohne Gegenwehr wiedererstarken lassen.

Darum: Geht wählen! Für Vielfalt, Freiheit und Akzeptanz. Für ein demokratisches Europa und gegen Hass, Rassismus, Queerfeindlichkeit und Intoleranz!

Ordner*innen gesucht! Wir brauchen Dich

Der Leipziger CSD (Christopher Street Day) sucht für die Demo am 13.07.2019 dringend Ordner*innen.

Als Dankeschön gibt es einen Gästelistenplatz und somit freien Eintritt zum Prideball, der großen CSD-Abschlussparty!
Um mitzumachen, musst Du mind. 18 Jahre alt sein und vor bzw. während der Demo keinen Alkohol trinken. Der Einsatz als Ordner*in wird von 13:00 Uhr bis ca. 16:30 Uhr dauern.
Bei Interesse melde dich bitte unter: orga@csd-leipzig.de

Wir freuen uns auf Dich!