CSD Leipzig – Motto für 2014 steht fest

Liebe gehört zu den stärksten Gefühlen, die Menschen einander entgegenbringen können. Dennoch kann nicht jeder seine Liebe frei ausleben. Beschimpfungen, Verachtungen, Gewalt, sind leider noch gängige Praxis, besonders in vielen Ländern Osteuropas und Asiens, in denen gleichgeschlechtliche Liebe vereinzelt sogar gesetzeswidrig ist. Doch auch in unserem Land herrscht noch längst keine völlige Akzeptanz.

Hier möchten wir klarstellen, dass es für die Gefühle eines Menschen kein Gütesiegel geben sollte, keine Bewertung, die eine Art zu lieben über eine andere stellt. Deshalb soll der CSD 2014 in Leipzig unter dem Motto: „Liebe hat kein Label“ stehen.

Mit diesem Motto will die Leipziger CSD – Bewegung abermals ihr Wort gegen veraltete Ideologien und Weltanschauungen erheben und aufzeigen, wie wichtig es ist, Liebe ohne Etikett und Wertung zu sehen, sondern lediglich als ein Gefühl, welches Menschen tief verbindet.

Deshalb möchten wir alle Interessierten einladen, vom 11. bis 19. Juli 2014 eine Programmwoche zu erleben, die genau diese Werte vermitteln soll.

Grußwort des US-Generalkonsuls Mark J. Powell zum CSD 2013

US Generalkonsulat LeipzigHier in Leipzig und überall in Deutschland ist Gleichberechtigung im Gesetz verankert. Mit Aktionen, Projekten und ihrer täglichen Arbeit leisten Vereine und Verbände einen sehr wichtigen Beitrag für mehr Toleranz und Diversität. In einer demokratischen Gesellschaft stehen die Anerkennung und  Unterstützung der Menschenrechte im Vordergrund.  Es geht darum, sich unabhängig vom jeweiligen Lebensentwurf für alle Menschen einzusetzen.

Die diesjährige Programmwoche des Christopher Street Day Leipzig wirft ein Licht auf die vielen Projekte, die sonst vielleicht unbemerkt an der Öffentlichkeit vorbeigehen würden. Wir zollen all jenen unseren Respekt, die sich für die Würde des Menschen einsetzen.

Mark J. Powell

Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Leipzig

Botschaft zum CSD 2013

Lucie  Veith mit Regengogenfahne 1Liebe  Freunde,

das  Organisationsteam des  CSD Leipzig 2013 hat  solidarisch  das „ I“  in das  Motto des  diesjährigen  CSD  gebracht.  Mit dem „I“  wurde  aus  dem  „ L(i)eben und  l(i)eben  lassen“. Aus  LSBT wird LSBTI.

Lasst uns beim CSD 2013 in Leipzig deutliche politische  Zeichen der  Solidarität setzen,  in Erinnerung an

  • das  Leid und  das Unrecht , das die homosexuellen  Opfer  des  § 175 erlitten haben,  die  bis zum heutigen Tag  auf Gerechtigkeit warten,
  • die  Auswüchse der  rohen  homophoben Gewalt, denen Menschen in vielen Staaten  der Welt immer  noch ausgesetzt sind,
  • die  nicht aufgearbeitete Geschichte, die  Gewalt und  das  Verschweigen lesbisch lebender  Menschen,
  • die  Diskriminierung, die offene Gewalt  an Menschen der  Trans*-  und  Transgendercommunity,
  • das  unsichtbar machen  und  die genitalverstümmelnden  Eingriffe von intersexuellen Menschen ohne deren informierte Einwilligung.

Menschenrechte gelten für alle Menschen – ohne  Ausnahme!

Leipzig war immer ganz vorn dabei, wenn es um den Wandel und die Freiheit ging.

Ich wünsche mir, dass der Wandel auch für intersexuelle  Menschen von Leipzig ausgeht. Intersexuelle Menschen sind die, deren Geschlechtsmerkmale  nach biologischen Maßgaben nicht „eindeutig“ in die Geschlechtskategorien Frau/Mann eingeordnet werden können. Oft werden diese Menschen auch als Menschen mit DSD, mit einer Variante der geschlechtlichen Differenzierung,  als  Hermaphroditen,  Zwitter oder zwischengeschlechtliche Menschen bezeichnet . Diese Menschen wurden und  werden bis zum heutigen Tage  mit  Medikamenten und  mit  geschlechtszuweisenden Operationen „behandelt“ , ohne dass sie darum gebeten hätten. Dies ist ein menschenrechtlicher Skandal.

Es ist schon viel erreicht, es bleibt viel zu tun. Darum rufe  ich alle auf:  Lasst uns gemeinsam  den CSD 2013 in Leipzig zu einem Festival  der Vielfalt, der  Menschenrechte, der  Gerechtigkeit und  der  Liebe machen! Das  Streben der  Menschen nach  Glück, nach Selbstbestimmung, nach Unversehrtheit, nach einem selbstbestimmten Lebensplan, leben und  lieben zu dürfen, das verbindet uns  Menschen.  Viele  Mauern gilt es hier einzureißen und  zu  überwinden:  vor allem die der  Gewalt.  Für  mich ist der  CSD ein Tag der  Freude,  ein Fest für die  Liebe und für  Menschenrechte und  ich danke  dem Organisationsteam und  der  Stadt Leipzig  für das Sichtbarmachen des „I“ und  die  große  Ehre den Schirm über  diese Veranstaltung spannen zu dürfen!

Ich freue mich sehr auf eine  fröhliche  CSD-Parade, ein  buntes politisches Straßenfest, viele gute Begegnungen und  Energie für den Wandel!

Herzliche Grüße   Lucie G. Veith

Neues Motto für den CSD 2013 gesucht!

Der CSD in Leipzig soll auch im nächsten Jahr ein unverwechselbares Gesicht tragen und um das zu realisieren, brauchen wir euch, mit euren Ideen, die uns Vorschläge für das CSD-Motto 2013 einsenden! Ob witzig, politisch oder fast schon nachdenklich, reicht all eure Ideen bei uns ein und mit etwas Glück, wird aus eurem Geistesblitz das neue Motto!

Reicht uns eure Ideen über orga@csd-leipzig.de ein oder nutzt einfach das Kontaktformular auf unserer Internetseite.

Einsendeschluss ist der 11.12.12 und wer miterleben möchte, ob genau sein Motto sich gegen die anderen Vorschläge durchsetzt, der/die darf am 12.12 um 18:00 Uhr in der RosaLinde nicht fehlen.

Grußwort des US-Generalkonsuls Mark J. Powell zum CSD 2012

US Generalkonsulat Leipzig“Die Rechte von Homosexuellen sind Menschenrechte, und Menschenrechte sind die Rechte von Homosexuellen, dies gilt jetzt und für immer.”

(US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton im Juni 2010 in Washington, D.C.)

Die Menschenrechte sind unantastbar und universell; sie gehören zum Grundrecht aller Menschen. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte 2011 wies Präsident Obama die US-amerikanischen diplomatischen Vertretungen an, sich für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen einzusetzen. Außenministerin Hillary Clinton hatte zuvor die Richtlinie der Regierung so zusammengefasst: “Die Rechte von Homosexuellen sind Menschenrechte, und Menschenrechte sind die Rechte von Homosexuellen, dies gilt jetzt und für immer ”.

In Leipzig und ganz Deutschland sind die Menschenrechte im Gesetz, in der Gesellschaft und im Alltag verankert. Politiker diskutieren Diskriminierungen öffentlich. Mit Aktionen, Projekten und ihrer täglichen Beratungsarbeit leisten Vereine und Verbände einen wichtigen Beitrag für mehr Toleranz.

Die zahlreichen Veranstaltungen zum Christopher Street Day Leipzig sind ein Höhepunkt aller Anstregungen und werfen ein Licht auf die vielen Projekte, die sonst oft von der Öffentlichkeit unbemerkt bleiben. Wir zollen all jenen unseren Respekt, die sich um die Förderung der Rechte von Homosexuellen engagieren.

Seien Sie herzlich willkommen zum Christopher Street Day Leipzig 2012

unter dem Motto “Hinter dem Horizont gehts“  weiter”.

 

Mark J. Powell

Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Leipzig

Botschaft zum CSD 2012

Lazar3Liebe Freund_innen,

es hat mich außerordentlich gefreut, als ich gefragt wurde, die Schirmherrschaft des CSD Leipzig in diesem Jahr zu übernehmen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken und verspreche, dass ich weiterhin in meiner politischen Arbeit Lesben, Schwule, Trans* und Intersexuelle mit voller Kraft unterstützen werde.

Der CSD in Leipzig bekommt in diesem Jahr ein neues Motto:

„Hinter dem Horizont geht’s weiter…“

Damit soll deutlich gemacht werden, dass es jenseits von heterosexuellen Lebensweisen noch eine Vielzahl „queerer“ Lebensweisen gibt und diesen die gleichen Rechte und Pflichten zustehen. Es freut mich sehr, dass gerade die LGBTI-Community ihre eigenen Minderheiten würdigt und sich für ihre Rechte besonders einsetzt. Damit werdet Ihr Euren solidarischen Anspruch gerecht, jenseits der Heteronormativität Vielfalt der sexuellen Identitäten anzuerkennen.

Allerdings sollen wir trotz guter Stimmung, die sicherlich auch 2012 beim CSD Leipzig herrschen wird, nicht vergessen, dass hinter dem Horizont – in vielen Ländern dieser Welt – Lesben, Schwulen, Trans* und Intersexuellen das Leben noch heute zur Hölle gemacht wird. Ihnen drohen hohe Haftstrafen, Folter und in einigen Staaten sogar die Todesstrafe. Auch innerhalb Europas halten einige Politiker_innen und religiöse Führer Hetzreden und stacheln zu Hassverbrechen an. Friedliche Demonstrationen werden verboten oder angegriffen, absurde Gesetze zur „Bekämpfung der homosexuellen Propaganda“ verabschiedet und schließlich Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität beleidigt und geprügelt.

CSD heißt daher auch: Flagge zeigen gegen Menschenrechtsverletzungen an Lesben, Schwulen, Trans* und Intersexuellen, wo immer diese stattfinden. Menschenrechte sind unteilbar. Sie gelten überall und für alle.

Aber wir müssen nicht hinter den Horizont schauen, um Politiker_innen zu finden, die immer noch behaupten, Ihr seid Bürger_innen zweiter Klasse und Eure Liebe ist weniger wert. Noch immer blockieren die schwarz-gelben Regierungen in Berlin wie in Dresden die Gleichstellung der Lebenspartnerschaften mit der Ehe, noch immer müssen sich transsexuelle Menschen als psychisch krank erklären und eine unwürdige Prozedere vor Gericht durchgehen und nicht zuletzt werden Intersexuelle weiterhin im deutschen Recht völlig ignoriert.

Wir haben also genug Gründe, um weiter zu kämpfen. Aber auch um zu feiern. Und deshalb gibt es den CSD – nicht hinter dem Horizont – sondern bei uns in Leipzig!

Daher wünsche ich – auch im Namen der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen – dem CSD 2012 in Leipzig spannende Veranstaltungen, viel Erfolg, gute Stimmung, phantastisches Wetter und dass Eure und unsere gesellschaftspolitischen Forderungen alle aufgriffen werden.

Eure Monika Lazar

Botschafter*innen des CSD Leipzig 2011

Als besonderes Novum präsentieren wir 2011 erstmals 3 bedeutende Personen aus den Bereichen Theologie, Politik und Sport, in denen das Thema Homophobie aktuell ist.

Tanja Walther-Ahrens

Pressefoto  tanja walther-ahrensVon vielen Seiten wird behauptet, dass die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität im Sport ganz allgemein und im Fußball im Besonderen noch nicht angekommen ist. Da stellt sich Frage: Ist das tatsächlich so? Oder ist die gesellschaftliche Akzeptanz vielleicht gar nicht so hoch wie angenommen? Gibt es in der Politik nur eine Handvoll Schwule und gar keine Lesbe in den Führungsebenen? In den Medien gibt es homosexuelle KomikerInnen, eine lesbische Moderatorin und sonst? Wo sind die offen lesbisch und schwul lebenden ManagerInnen der Top Wirtschaftsunternehmen? Was ist mit all den Lesben und Schwulen, die sich nicht trauen, sich an ihrem Arbeitsplatz zu outen, weil sie befürchten, die Kollegen und Kolleginnen oder die Chefetage legen ihnen dann Steine in den Weg? Warum fällt es Homosexuellen auch im Jahr 2011 immer noch schwer sich im Familien- und Freundeskreis zu outen, wenn doch alle so tolerant sind?

Meiner Einschätzung nach ist die Situation von Homosexuellen im Sport nicht „schlimmer“ als im großen Rest der Gesellschaft. Sport und ganz besonders Fußball ist jedoch ein sehr prominenter Lebensbereich mit einem hohen Stellenwert. Daher ist es besonders wichtig, dass Lesben, Schwule und Trans im Sport sichtbar sind und die vielfältigen Formen der Homophobie, d.h. der Feindlichkeit und Diskriminierung gegenüber Homosexuellen, bewusst gemacht werden.

So lange Sponsoren und Medien sich gegenseitig außerhalb der Öffentlichkeit fragen „Warum um Himmels Willen macht ihr denn Frauenfußball. Die Lesben will doch keiner sehen!“ Und die Suche nach dem ersten schwulen Fußballer mehr einer Jagd als allem anderen gleicht, ist die Lösung auf keinen Fall die Fußballerinnen weiblicher zu machen und die Fußballer verstummen zu lassen. Fußball ist das liebste Spiel aller Deutschen, egal ob Mann ob Frau, ob Homo oder Hetero, es bietet sich also an, diese Wirkungskraft zu nutzen und sie auf andere Sportorganisationen und -arten auszudehnen.

Der im Mai 2011 ausgegebenen Devise der Fans des FC Sachsen Leipzig als Schriftzug auf T-Shirts: „Fußball bleibt homofrei!“ bleibt nur entgegen zu halten: Homophobie ist heilbar!!!!

In diesem Sinne wünsche ich einen politischen, bunten, vielfältigen, aufregenden und vor allem freudvollen CSD 2011!

Ihre Tanja Walther-Ahrens

Dr. David Berger

Berger_David_c_Hans_Scherhaufer_small„Homophobie ist heilbar“ ist auch in diesem Jahr wieder die Botschaft, die der Leipziger CSD zu seinem Motto gemacht hat. Dies scheint gerade in diesem Jahr besonders angebracht. Wird doch in wenigen Wochen unter dem fast ungeteilten Jubel vieler Politiker und einflussreicher Medien ein Papst in Deutschland zu einem Staatsbesuch erwartet, der alle seine Vorgänger im Hinblick auf die Homophobie im negativen Sinne weit überragt. Unter seiner Führung ist in der katholischen Kirche ein Klima der homophob motivierten Angst, Unterdrückung und Erpressung entstanden, das seinesgleichen in ganz Europa vergeblich sucht. Daher habe ich – gerade als schwuler katholischer Theologe – die Einladung gerne angenommen,  die Schirmherrschaft für diesen CSD  zu übernehmen.

Der Blick auf die katholische Kirche sollte uns allerdings nicht vergessen lassen, dass die Homophobie auch in anderen Bereichen immer noch wie selbstverständlich vor sich hinwuchert: Man denke nur an die muslimischen Hassprediger und die homophoben Übergiffe, die sie auslösen. Man denke an die gemäßigtere, aber nicht zu unterschätzende Homophobie im Sport, besonders dem Männerfußball, in bestimmten Formen einer rückwärtsgewandten Politik, im Schul- und Erziehungsbereich usw. Kaum einer unter uns, der nicht schon die eine oder andere aus Homophobie herrührende böse Erfahrung hat machen müssen.

Dennoch kann man insgesamt erleichtert feststellen, dass die Homophobie in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist. Dies hat wissenschaftlich nachweisbar vor allem einen Grund: das selbstbewusste Sichtbarwerden von Schwulen und Lesben in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Das Sichtbarwerden nicht nur von einigen Politikern und Showgrößen – sondern noch viel wichtiger von ganz normalen Menschen in ihrem Alltags- und Berufsleben. Aber dieses unverzichtbare Sichtbarwerden geschieht eben auch durch eine und auf einer Veranstaltung wie dem CSD. Ein CSD, mit dem wir unmissverständlich und unübersehbar ein politisch-gesellschaftliches Signal gegen alle Formen der Homophobie setzen. Ein CSD, auf dem wir auch durch Spaß, Freude und Feiern unserem Selbstbewusstsein eine besondere Ausdrucksform geben. Ein CSD, wo wir auch innerhalb unserer Community Vielfalt zulassen und zeigen und so den Stereotypen und Vorurteilen Paroli bieten, von denen sich alle Homophobie nährt.

Von dem großen Philosophen und Aufklärer G.E. Lessing stammt das schöne Kompliment, in Leipzig könne man, die „ganze Welt im Kleinen sehen“. In diesem Sinne wünsche ich allen Teilnehmern einen gelungenen CSD Leipzig 2011, der uns die ganze lesbisch-schwule Welt sehen lässt. Möge auch in diesem Jahr von Leipzig  ein unüberhörbares und nachhaltig wirksames Signal gegen alle Formen der Homophobie ausgehen.

Ihr Dr. David Berger

Wolfgang Tiefensee

TiefenseeLiebe Besucherinnen und Besucher des Christopher-Street-Days Leipzig, als Schirmherr, stellvertretend für den Bereich Politik, freue ich mich über ihr Interesse am CSD Leipzig.Der CSD in Leipzig ist mittlerweile zu einer kleinen Tradition geworden, der durch seinen besonderen Schwerpunkt auf die politische Botschaft, weit über Leipzig hinaus bekannt geworden ist.
Wenn am 9. Juli wieder tausende Menschen unter dem Motto „Homophobie ist heilbar“ demonstrierend durch die Leipziger Innenstadt ziehen, wird dies auch in Dresden und Berlin wahrgenommen werden.
Und das ist leider nach wie vor nötig. Denn auch 17 Jahre nach der endgültigen Abschaffung des Paragraphen 175,   5 Jahre nach der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und im 10. Jahr der Einführung
des Lebenspartnerschaftsgesetzes, ist die rechtliche Gleichstellung zwischen Homo- und heterosexuellen Paaren nicht erreicht. In verschiedenen Bundesgesetzen und in 35 Landesgesetzen werden in eingetragener Lebenspartnerschaft lebende Paare nach wie vor gegenüber verheirateten Paaren benachteiligt.
Dabei sollte doch gelten: Gleiche Liebe = gleiche Rechte!
Auch die Erweiterung des Artikels 3 GG um das Merkmal der sexuellen Identität ist längst überfällig.
Lassen Sie uns gemeinsam dafür beim CSD Leipzig Flagge zeigen.
Ich freue mich nun auf spannende Gespräche auf dem Straßenfest mit ihnen
und wünsche uns allen einen erfolgreichen Christopher-Street- Day 2011.

Ihr Wolfgang Tiefensee

Ralf König ist Schirmherr des Leipziger CSD 2010

koenig1Die diesjährige Schirmherrschaft für den Leipziger CSD übernahm Ralf König, der international bekannte Comic-Zeichner aus Köln. Unserer Meinung nach verdiente das langjährige künstlerische Schaffen von Ralf König eine besondere gesellschaftspolitische Würdigung, weshalb wir uns über seine Schirmherrschaft besonders gefreut haben.

Ralf König hat mit seinen witzigen, hintersinnigen und bewegenden Geschichten (von „Konrad und Paul“ über „Lysistrata“ bis hin zum „Archetyp“) nicht nur stets für beste Unterhaltung, sondern auch immer in einer subtilen Weise nebenbei für Aufklärung gesorgt, so dass Homophobie keine Chance mehr hatte. Seine Bücher werden mittlerweile (fast) in der ganzen Welt verlegt und haben das Coming Out von Generationen von Schwulen positiv begleitet.

Grußwort von Ralf König zum CSD Leipzig 2010

Sieht man sich die Frühgeschichte des CSD in deutschen Landen an, erscheinen doch manche Forderungen einigermassen unrealistisch.heteros-raus

Die Spätgeschichte allerdings trägt in einigen Grosstädten allzu regenbogengefärbte Früchte.energy-truck

Wie erfreulich, dass es in Leipzig noch anders zugeht. Ich höre von viel Spass und einigem Ernst, von quietschvergnügter Zeigefreude und Entschlossenheit und von einem kritischen Blick auf gesellschaftliche Realitäten. Und getanzt wird auch. Na also. Geht doch.

Anfang der 80er Jahre lief ich in Dortmund mit meinem Freund Hand in Hand durch die Fussgängerzone und wir wurden begafft und mit unfreundlichen Bemerkungen versehen. Zumindest in den deutschen Fussgängerzonen hat sich inzwischen einiges getan. Aber das nur, weil wir uns zeigten. Die Entspannung fällt nicht vom Himmel, wir mussten und müssen etwas dafür tun. Da tankt es auf, einmal im Jahr zu sehen, wie viele und wie vielfältig wir sind.

Ich freue mich, Schirmherr des CSD 2010 in Leipzig zu sein! Ich war noch nie irgendwo Schirmherr und hab keine Ahnung, was da genau auf mich zu kommt, aber ich werd Euch schon schirmherren! Und ich bin sicher, dass das, was ich nach wie vor am CSD schätze, massenhaft zu sehen sein wird: Schwule und Lesben, die aus dieser Festivität Selbstvertrauen und Mut ziehen und weitergeben. Und die Heteros dürfen gern mitfeiern oder zumindest freundlich winken.
Da sind wir dann ganz entspannt.koenig-selbstzeichnung

Grußwort des Schirmherren Bürgermeister Heiko Rosenthal zum CSD Leipzig 2009

Rosenthal_FriedrichLiebe Freundinnen und Freunde,

der Christopher Street Day hat sich in den vergangen Jahrzehnten weltweit zu einer Institution entwickelt. Farbenfroh und stimmungsvoll feiern unzählige Menschen rund um den Globus miteinander und bringen dabei ihre Forderungen nach Gleichberechtigung und Veränderung in Gesellschaft und Politik zum Ausdruck.

In Leipzig findet der Christopher Street Day 2009 unter dem Motto „Homophobie ist heilbar!“ statt. Ein Motto, dass im Jubiläumsjahr der homosexuellen Bewegung auch darauf aufmerksam machen soll, dass Lesben und Schwule auch 40 Jahre nach dem ersten Aufbegehren in der New Yorker Christopher Street häufig noch immer um gesellschaftliche Akzeptanz und Gleichberechtigung kämpfen müssen. Die Teilnehmer des Christopher Street Day haben sich auf die Fahnen geschrieben, auf diese Missstände hinzuweisen und aktiv für Toleranz und dringend notwendige Veränderungen einzutreten.

Sehr gerne habe ich mich deshalb dazu bereit erklärt, insbesondere als Sportbürgermeister, die Schirmherrschaft für den CSD Leipzig 2009 zu übernehmen. Denn genauso wie viele andere Bereiche des täglichen Lebens ist leider auch der Sport nicht frei von Diskreditierungen und Diskriminierungen von Homosexuellen. Für mich ist dabei entscheidend, die wichtige und richtige Arbeit zum Abbau von Diskriminierungen gegenüber Lesben und Schwulen auf Vereinsebene fortzusetzen. Gerade in der großen Familie des Sports – dem „Schmelztiegel“ unserer Gesellschaft – ist Vielfalt ein unantastbares Gut. Der Mut, offen zu dieser Vielfalt zu stehen, darf auch vor der sexuellen Orientierung nicht Halt machen. Weder auf dem Sportplatz, in der Vereinskneipe oder im Vorstand. Getreu dem diesjährigen Motto des CSD Leipzig möchte ich persönlich mit dieser Schirmherrschaft Mut machen.

Ich wünsche den Organisatoren und Teilnehmern einen fröhlichen, farbenfrohen und gut besuchten CSD Leipzig 2009 und hoffe, dass diese Veranstaltung den erhofften Beitrag für mehr Akzeptanz und für ein gleichberechtigtes Leben von Lesben und Schwulen in unserer Gesellschaft leistet.

Ihr

Heiko Rosenthal
(Bürgermeister für Umwelt, Ordnung, Sport der Stadt Leipzig)