CSD Botschafterin 2016 – Britta Taddiken

Thomaspfarrerin Britta Taddiken wird Botschafterin des CSD Leipzig 2016

Der Christopher Street Day Leipzig wird in diesem Jahr unter dem besonderen Fokus des Umgangs der Religionen mit sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten stehen. Zu diesem sehr wichtigen und vielschichtigen Thema konnte die Pfarrerin der Thomaskirche, Britta Taddiken, als Botschafterin gewonnen werden. Sie selbst sieht eine dringende Notwendigkeit darin „für Vielfalt, Toleranz und für ein friedliches Miteinander der Verschiedenen einzutreten.“ Das Erstarken rechtspopulistischer Parteien in einigen osteuropäischen Ländern, sowie die die abwertenden Reden auf Pegida- und Legidakundgebungen vergiften laut ihrer Einschätzung „auch das Miteinander von Menschen verschiedener sexueller Orientierungen.“Taddiken grüner Pullover

Besonders Sachsen scheint für eine restriktive Haltung zu stehen, was nicht nur das Thema der „Ehe für alle“ betrifft. So erkennt Frau Taddiken: „…auch die verdeckte Diskriminierung ist nach wie vor da. Auch im kirchlichen Bereich ist dies an vielen Stellen leider sichtbar, auch wenn dies von leitenden Gremien zurückgewiesen wird.“ Besonders in Erinnerung bleibt zu diesem Thema der Wegzug eines sächsischen Pfarrerspärchens, die nach Norddeutschland gingen, um eine Gemeinde übernehmen zu können. Rein formell wäre dies auch in Sachsen möglich gewesen. Jedoch steht die sächsische Landeskirche in dem Ruf fest an alten, überholten, Traditionen festzuhalten. Nicht zuletzt der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing ist ein Beispiel dafür. Seine Haltung: Alles abseits der Heteronormativität entspricht nicht dem Willen Gottes.

„Dass es irgendwann normal sein wird, dass hetero-und homosexuelle Menschen nicht nur rechtlich gleichgestellt sind, sondern sich derselben Achtung und desselben Schutzes unserer Gesellschaft sicher sein können.“ Das ist ein ausdrücklicher Wunsch der Thomaspfarrerin, sie erkennt aber gleichzeitig, dass in Sachsen und Leipzig noch auf vielen Ebenen zu arbeiten ist. Sie hofft, dass der diesjährige Christopher Street Day in Leipzig dazu beitragen kann und wird.