Themenschwerpunkt 2016

Sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten im Kontext von Religionen

Liebe, Lust, Sexualität und Religionen sind große Themen die selten konfliktlos nebeneinander stehen und dennoch viel miteinander zu tun haben.

Wer verbindet sich mit wem? Wem gehört was? Welche Rechte hat wer? Weil die Dynamik so stark und die Kontrolle darüber so wichtig ist, bestimmen in den meisten Kulturen traditionell die Religionen darüber, was richtig und falsch, was gut und schlecht ist.

Jede Religion hat eigene Konzepte zum Umgang mit Sexualität und in der Auslegung von Geschlechterrollen bzw. ganz konkrete Vorschriften, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen.

Das hängt stark von der jeweiligen Sprecher*innenposition ab. Wer sagt was, mit welcher Haltung, aus welcher Position. Dabei geht es einerseits um die Frage, wer im Namen einer Religion spricht, aber auch wer sich, um normative Aussagen zu treffen, der Religion als „Argument“ bedient.

So verschieden wie Begehrenskonzepte und/oder geschlechtliche Identitäten sind, so differenziert und vielfältig sind auch religiöse Positionen. Um dieses breite Spektrum soll es in diesem Jahr inhaltlich zum CSD Leipzig gehen:

Während der CSD-Woche liegt der Fokus der Veranstaltungen auf dem Schnittpunkt sexueller Orientierungen und/oder geschlechtlicher Identitäten im Kontext von Religionen: Wo sind Religionen hilfreich und helfen, Perspektiven zu erweitern oder Halt zu geben? Wo werden welche Argumente aus dem Kontext unterschiedlicher Religionen gegen eine offene und plurale Gesellschaft in Anschlag gebracht? Wo dienen religiöse Argumentationsmuster als Deckmantel abwertender Artikulationen? Diese und andere Fragen stellen den Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungsformate dar.

Der CSD verspricht somit auch in diesem Jahr einen spannenden Mix vieler Veranstaltungen. Vom 08. bis zum 16. Juli laden wir alle Interessierten dazu ein, die Programmwoche, das Straßenfest, die Demo und den Prideball zu besuchen.