Grußwort Dr. Franziska Giffey

Sehr geehrte Teilnehmende des CSD Leipzig,

Foto: Bundesregierung / Jesco Denzel

2017 war ein erfolgreiches Jahr im Hinblick auf die rechtliche Gleichstellung von LSBTI- Personen. Die Ehe ist für alle Menschen offen – ein Riesenerfolg nach langem Kampf. Men- schen, die nach 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilt wurden, sind rehabilitiert – eine lange überfällige Entscheidung. Und schließlich hat das Bundesverfas- sungsgericht festgestellt, dass es nicht richtig ist, wenn Menschen gezwungen werden, sich im Personenstandsrecht entweder als Mann oder als Frau eintragen zu lassen oder diesen Eintrag offen zu lassen. Der Gesetzgeber ist nun gefordert, eine verfassungskonforme Regelung zu schaffen.

Es gibt also etwas zu feiern beim diesjährigen Christopher Street Day. Sind frisch verheiratete Ehepaare dabei? Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für Ihre Ehe! Aber es gibt noch einiges zu fordern. Kinder dürfen nicht operiert werden, nur um ihr Geschlecht anzugleichen – im Koali- tionsvertrag hat sich die Bundesregierung verpflichtet, solche Eingriffe nur noch in unaufschieb- baren Fällen zur Abwendung von Lebensgefahr zuzulassen. Trans- und intergeschlechtliche Menschen und ihre Familien müssen überall Beratung und Unterstützung bekommen. Ge- schlechtliche Vielfalt darf nicht diskriminiert werden.

Außerdem wollen sich die Regierungsparteien gegen Trans- und Homofeindlichkeit einsetzen. Aus gutem Grund ist dieses Thema der Schwerpunkt des Leipziger CSD. Denn mit dem Erstarken rechtsextremer, antidemokratischer Kräfte in unserer Gesellschaft wird das Klima rauer für Minderheiten, für die Vielfalt von Lebensweisen, von Geschlechtsidentitäten und Orientierungen. Dabei gehört zur Demokratie der Anspruch, ein gutes und erfülltes Leben unabhängig von Lebensweise oder Geschlecht führen zu können. Vielfalt ist Ausdruck von

Freiheit und damit Ergebnis von Menschenrechten. Außerdem ist Vielfalt eine Bereicherung und nichts, was Angst macht. Der CSD bringt seit jeher beides zusammen: eine fröhliche Vielfalt, die zum Mitfeiern einlädt, verbunden mit dem selbstbewussten Anspruch auf gleiche Rechte und Chancen, für die wir uns gemeinsam engagieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Christopher Street Day 2018. Happy Pride!

 

 

Dr. Franziska Giffey
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Grußwort von Sarah Buddeberg (MdL) zum CSD 2017

„Die Ehe für alle kommt. Ohne Frage ein großer Erfolg!

Wer aber glaubt, dass wir nun im Gleichstellungsparadies leben, irrt leider. Denn gerade Sachsen ist aus queer- und gleichstellungspolitischer Sicht ein Entwicklungsland.

Ich kenne aus meiner Arbeit viele Menschen, die sich nach ihrem Outing nicht mehr in die Schule oder an den Arbeitsplatz trauen. Für homosexuelle Paare kann es auch hierzulande immer noch gefährlich sein, sich in der Öffentlichkeit zu umarmen oder küssen. Und was müssen Menschen hier durchleben, damit ihr Geschlecht überhaupt anerkannt wird! Kostspielige und erniedrigende Verfahren zeigen, dass wir von einer offenen und toleranten Gesellschaft noch weit entfernt sind. Wir sollten nicht dabei stehen bleiben, die Ehe für alle zu beklatschen, sondern uns für eine gewaltfreie Gesellschaft einsetzen, in der alle ohne Angst leben und lieben können.

Wir müssen über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Wir dürfen nicht schweigen, wenn in anderen Teilen der Welt brutale Antworten für LSBTIQ* gefunden werden. Gummigeschosse, die die türkische Regierung unlängst zum Gay-Pride-Marsch in Istanbul einsetzte. Systematische Verfolgung und Gewalt, die Menschen in Tschetschenien erleiden. Nicht zu vergessen das Massaker in Orlando vor einem Jahr, bei dem 49 Menschen in einem LSBTIQ*-Club erschossen wurden.

Zu Recht lautet das Motto des diesjährigen CSD in Leipzig deshalb „Stop Hate“.

Gewalttätige Reaktionen auf den Wunsch nach einem gleichberechtigten und vielfältigen Miteinander sind Ausdruck des blanken Hasses gegenüber allem, was der scheinbaren Norm zuwider läuft. Und diesem Hass müssen wir uns entgegenstellen und weiter für die Akzeptanz von LSBTIQ* streiten!

Wir alle können und müssen etwas verändern, denn die Ehe allein reicht nicht! In diesem Sinne: Stop Hate!“

Grußwort der sächs. Staatsministerin Petra Köpping

Mit ‚Stop Hate‘ sendet der CSD Leipzig in diesem Jahr eine klare, wichtige und unmissverständliche Botschaft. Vorurteile sind oft stärker als die Vernunft. Das haben diejenigen, die anders leben und lieben, leider oft schon selbst erfahren müssen. Hinzu kommt, dass vielen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität Unrecht widerfährt und sie häufig Mehrfachdiskriminierungen ausgesetzt sind. Dies trifft zum Beispiel auch auf lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle, queere und asexuelle Geflüchtete zu, die aufgrund ihrer Herkunft mitunter zusätzlich diskriminiert werden. Deswegen gibt es in meinen Augen keine passenderen Botschafter*innen für den diesjährigen CSD Leipzig als das Projekt ‚Queer Refugees for Pride‘. Das beste Mittel gegen Hass war schon immer, ihm selbstbewusst und souverän zu begegnen. Daher ermutige ich alle LSBTTIQA*s sich dem CSD Leipzig vom 7. bis zum 15. Juli anzuschließen und ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und friedliches Miteinander zu setzen.


sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Grußwort Staatsministerin Petra Köpping 2016

Grußwort der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping

Sehr geehrte Damen und Herren,

sachsenweit finden auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Veranstaltungen rund um den Christopher Street Day statt. Diese Veranstaltungen sind wichtig und notwendig, denn von ihnen geht ein ganz bedeutsames Signal aus. Es zeigt, dass hier Menschen akzeptiert werden, so wie sie sind. Es zeigt, dass das Leben bunt und vielfältig ist – und auch sein darf. Und es zeigt, dass beharrliches Engagement gegen Diskriminierung und Intoleranz Früchte trägt.

Mit dem engagierten und beständigen Eintreten für die Rechte von queer lebenden Menschen ist auch der Wunsch verbunden, die Akzeptanz für vielfältige Lebens- und Liebesweisen politisch zu verankern. Auf diesem Weg müssen noch einige Hürden genommen werden. Ich weiß dabei, die sächsischen Organisatorinnen und Organisatoren des CSD als zuverlässige und kompetente Partnerinnen und Partner an unserer Seite. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und wünsche Ihnen einen erfolgreichen CSD in Leipzig.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Köpping Unterschrift

Grußwort Britta Taddiken – Botschafterin 2016

Gottseidank gibt es den CSD auch in Leipzig nunmehr als bewährte Tradition! In den letzten Monaten ist deutlich geworden, wie wichtig es ist, für Vielfalt, Toleranz und für ein friedliches Miteinander der Verschiedenen einzutreten. Machen wir uns nichts vor: Der völkisch-nationale Rechtsrutsch in einigen osteuropäischen Nachbarländern und das abwertend-verächtliche Gerede auf Pegida- und Taddiken grüner PulloverLegidakundgebungen betrifft in besonderer Weise die Community von Lesben und Schwulen. Nicht zuletzt ließ eine Anfrage der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag aufhorchen, wie viele Homosexuelle es in Thüringen gäbe. Es ist nicht zu übersehen: Die Bereitschaft, in Bezug auf Homosexualität auch rechtlich zu „alten Zeiten“ zurückzukehren, ist da und der auf Spaltung angelegte Kurs rechtspopulistischer Parteien und Vereinigungen in Europa betrifft auch das Miteinander von Menschen verschiedener sexueller Orientierungen. Die Hemmschwelle, gleichgeschlechtlich liebende Menschen zu diskriminieren, ist deutlich gesunken. Aber auch die verdeckte Diskriminierung ist nach wie vor da. Auch im kirchlichen Bereich ist dies an vielen Stellen leider sichtbar, auch wenn dies von leitenden Gremien zurückgewiesen wird. Aber es gibt auch Landeskirchen, in denen es selbstverständlich ist, dass ein verheiratetes männliches Pfarrerpaar gemeinsam im Pfarrhaus lebt und wirkt und wo einzig und allein eines zählt: dass die beiden ihre Arbeit gut machen und in Liebe und mit Respekt auf die ihnen anvertrauten Menschen zugehen. Dass es irgendwann normal sein wird, dass hetero-und homosexuelle Menschen nicht nur rechtlich gleichgestellt sind, sondern sich derselben Achtung und desselben Schutzes unserer Gesellschaft sicher sein können – dafür haben wir in Leipzig und in Sachsen noch auf vielen Ebenen zu arbeiten. So möge dieser CSD dazu beitragen, hier etwas voranzubringen. Ich wünsche allen, die an den Veranstaltungen teilnehmen, gute und erkenntnisreiche Tage!

Ihre Britta Taddiken, Pfarrerin der Thomaskirche in Leipzig

Grußwort des US-Generalkonsuls Scott R. Riedmann 2016

Auch in diesem Jahr ist es uns wieder eine große Freude, den Christopher Street Day in Leipzig zu unterstützen. In Deutschland, wie in den USA, ist die Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender weitestgehend im Gesetz verankert. Dennoch ist Diskriminierung für viele LGBT immer noch Alltag. Der Christopher Street Day steht in diesem Jahr unter dem Motto US Generalkonsulat Leipzig„Fundamentalismus und interreligiöser Dialog“ und unterstreicht dabei die wachsende Notwendigkeit einer nachhaltigen Vermittlung von Forderungen und Wünschen der LGBT Gemeinde an die Religionen dieser Welt. Mit Stolz verweise ich in diesem Kontext auf die letztjährige Entscheidung des U.S. Supreme Court zur staatlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen als ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz.

Die zahlreichen Veranstaltungen zum Christopher Street Day in Leipzig sind das Ergebnis langer Vorbereitungen und großen ehrenamtlichen Engagements. Dafür will ich den Organisatoren danken und wünsche allen Mitwirkenden und Gästen einen gelungenen CSD 2016!

Scott R. Riedmann
US-Generalkonsul Leipzig

Botschaft zum CSD Leipzig 2015

Im Allgemeinen spielt die Frage der Sexualität vor allem im Jugendalter eine große Rolle. Da man gerade im Schulalter die eigene Sexualität selbst das erste Mal wahrnimmt, ist es auch in dieser Zeit besonders wichtig, Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass die Vielfalt an Formen der Sexualität ganz normal zum Leben dazu gehört.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass in jedem Fach zu jeder Zeit jede Form der Sexualität behandelt werden muss. Es geht nicht darum, Textaufgaben generell auf homosexuelle Familien umzustellen, sondern darum, Heterosexualität nicht als die einzige Möglichkeit darzustellen. So könnten beispielsweise in sprachlichen Fächern, Bücher mit der Thematik des Findens der eigenen Sexualität in den Lesekanon aufgenommen werden. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass über sexuelle Orientierungen ohne Ängste gesprochen werden kann – ergo: ein Coming-Out muss durch den Lehrplan als selbstverständlich vermittelt und darf nicht totgeschwiegen werden.

Vor allem durch einen zeitgemäßen und vielfältigen Sexualkundeunterricht, in dem nicht nur Heterosexualität als einzige Form der Sexualität behandelt und damit als „normal“ dargestellt wird, muss diese Thematik stärker beleuchtet und eine bessere Aufklärungsarbeit gewährleistet werden. Besonders sollten dabei die angewendeten Methoden den heutigen Standards angepasst und regelmäßig evaluiert werden.
Insgesamt kann und muss die Schule einen großen Beitrag dazu leisten, Diskriminierungen und Ausgrenzungen vorzubeugen, um Schüler*innen, egal welcher Sexualität und Lebensweise, mehr Selbstbewusstsein zu geben und ihnen die Freiheit einzuräumen ihre individuelle Persönlichkeit zu entwickeln.
Der StadtSchüler*innenRat Leipzig unterstützt entschieden die Forderung nach einem inklusiven und vielfältigen Bildungsplan im Freistaat Sachsen.

Marco Rietzschel und Sarah Hönemann, Stadtschüler*innenRat Leipzig

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