Bühnenprogramm 2018

Zum Straßenfest des CSD Leipzig 2018 auf dem Marktplatz sind für Euch live on stage:

14:00 – 16:00 Uhr (Bühne)
DJ Jack S. Zandy


Die Kunstfigur Super Zandy, die von Berufswegen her verrückt ist, legt Electric- Vocalhouse-Techno-Upbeats auf und reißt die Massen mit sich. Hat der Beat dich gepackt, gibt es kein Entrinnen mehr. Zum Schluss bist du freigetanzt. Überglücklich erreichst du die Bar und bestellst Wasser zum Wodka. Du hast getanzt wie ein Profi…

14:00 – 16:00 Uhr (CSD-Truck)
DJane Ployceebell

Ihre musikalische Flexibilität und Draht zum Publikum sind Ihre Markenzeichen. Sie hat einfach das Gespür, wie man zwischen Menschen und Musik ein Band für die ganze Veranstaltung herstellt. Ihre Sets sind dabei so vielseitig, wie es musikalische Strömungen gibt – von 80s, Indietronics über Pop und House bis hin zu Charts oder heißen Underground Beats – Ployceebell hat alles am Start.

16:15 – 16:30 Uhr
Amy Devila + Guess What


Amy Devil ist eine Leipziger Dragqueen, bekannt für ihre provokativen High-Fashion Looks. Seit 2016 mischt sie das Nachtleben mit eindrucksvollen Shows auf. Die Hip Hop Dancecrew aus Halle, an der Spitze Highend-Choreograph Tom Thomson, besticht seit mittlerweile fünf Jahren durch ihre Tanz-Performancen. Zum ersten Mal treffen beide Akteure aufeinander: Drag-Schönheit und Hip Hop Dancecrew. Überzeugt Euch selbst!

16:35 – 16:45 Uhr
Poetry Slam (Teil 1) mit Josephine von Blueten Staub & Nils Früchtenicht

Die beiden Poetry-Slammer*innen Josephine von Blueten Staub und Nils Früchtenicht begleiten uns mit feinsten Texten durchs Programm. Eine Mischung aus tiefgreifender Lyrik und den seltsamsten Alltagsbegegnungen, die ein jeder so auf der Straße erlebt- untermalt mit geballter Ehrlichkeit und einer großen Portion Humor.

17:00 – 17:35 Uhr
KERY FAY

Foto: Marco Rothenburger

Die Wahl-Hamburgerin holt das Publikum mit ihrer ganz eigenen Interpretation von Elektro- Pop ab, die als mitreißende Synthie-Mischungen mit instrumentalen Elementen und pulsierenden Beats direkt ins Ohr gehen.

17:50 – 18:15 Uhr
Jacky-Oh Weinhaus & die Travestie für Deutschland

Foto: Maximilian Pilling

Unter dem Vorsitz der strahlenden Parteichefin Jack-oh Weinhaus bringt Ihnen die TfD – Travestie für Deutschland neue Facetten der Liebe bei – mit Wortwitz, Schönheit und entsetzlich viel politischem Charme. <3

18:25 – 18:50 Uhr
Lyryx e.V.

Der Chemnitzer Liedermacher*innenverein gibt einen Einblick in sein Repertoire. Mit von der Partie sind Frans Firlefans, Jenny Neubauer und Martin Steinbach – drei Liedermacher*innen die verschiedener nicht sein könnten.

18:55 – 19:05 Uhr
Poetry Slam (Teil 2)

19:20 – 19:55 Uhr
The Metafiction Cabaret

Foto: Anne Sturm

Punk küsst Zirkuspferd: In den letzten Jahren begeisterten sie mit ihrer Performance zwischen glimmernden Rock-Konzerten und verruchter Cabaret-Show – diese Punk- Cabaret-Band überwindet Konventionen und weckt Begeisterung.

Moderation: Helen Fares

Die Leipziger Moderatorin Helen Fares führt durch das Programm des CSD. Helen arbeitet als Musik-Journalistin bei Filtr urban und moderiert die Streaming-Radiosendung „Deine Homegirls“ zusammen mit Josi Miller. 2017 war sie das Gesicht der 7-teiligen Dokumentation „Homo Digitalis“ für die Sender arte/BR/ORF. Helen Fares setzt sich besonders für die Rechte von Frauen und Geflüchteten ein, sowohl auf privater als auch beruflicher Ebene ein.

CSD-Schwerpunkt 2018

20.04.2018

Gegen Rassismus, Sexismus, Homo-, Trans*- und Interfeindlichkeit

Seit einigen Jahren erstarken rechtskonservative, nationale, antidemokratische und minderheitenfeindliche Parteien und Bewegungen wieder in unserem Land. Dies insbesondere in Sachsen und den übrigen „neuen“ Bundesländern. Sie stehen dabei für eine Welt längst vergangener Zeiten, welche klar und „klassisch“ geregelt ist. Frauen erziehen die Kinder, gehören an den Herd und Männer verdienen das Geld. Eine Wiedererrichtung der Männerherrschaft. In dieser Welt ist alles fremd, was nicht weiß und hetero ist. Manche träumen von einem rein weißen Europa und von einem christlichen Abendland, welches gegen das Eindringen von Fremden verteidigt werden müsse; andere wollen Minderheiten zählen lassen oder gar einsperren.

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare im vergangenen Jahr traf diese rückwärtsgerichtete Bewegung bis ins Mark und beflügelte den Hass auf Lebens- und Liebenswirklichkeiten und Geschlechtlichkeiten jenseits der sogenannten „Norm“. 

Im Alltag werden queere* Menschen wieder häufiger für ihre Identität oder Orientierung angegriffen und ausgegrenzt. Im ersten Halbjahr 2017 gab es fast 30% mehr Straftaten gegen queere* Menschen in Deutschland als im Vorjahreszeitraum (Quelle: Bundestagsdrucksache 18/13255). Aber auch weltweit ist eine Abkehr von liberalen Entwicklungen zu verzeichnen – so schaffte z.B. die Regierung der Bermudainseln die bereits geöffnete Ehe im Februar dieses Jahres wieder ab. In manchen Ländern werden queere* Bewegungen verboten und Aktivist*innen, wie zuletzt in der Türkei, inhaftiert. In acht Staaten droht Menschen für gleich-geschlechtliche Sexualität sogar die Todesstrafe.

Es ist also falsch zu sagen, dass Christopher Street Days (CSDs), Pride Veranstaltungen oder generell queere* Demonstrationen heutzutage nicht mehr nötig sind. Es geht darum weiter für Freiheit und Recht einzustehen, Erkämpftes zu erhalten und zu festigen. Es gilt sich für Vielfalt einzusetzen und sich auch gegenüber queeren* Menschen in anderen Ländern solidarisch zu zeigen.

Der Christopher Street Day Leipzig steht seit langem für mehr als nur das Recht von Lesben und Schwulen gleichgeschlechtlich heiraten zu dürfen. Keine Frage – Die Öffnung der Ehe ist eine wichtige Errungenschaft der 30-Jährigen Bewegung, welche ihre Anfänge in dem Aufstand queerer* Menschen, insbesondere und oftmals vergessen von Trans*frauen of Color, in New York nahm.

Doch es gibt noch viel mehr zu erreichen. Zum Beispiel die Reform des diskriminierenden Transsexuellengesetzes (TSG), ein Verbot ungewollter medizinischer Eingriffe an intergeschlechtlichen Menschen, die Änderung der gängigen Entscheidungspraxis im Asylverfahren von queeren* Personen, eine queere*-inklusive Medizin, die Beachtung queerer* Bedürfnisse in der Pflege und vieles mehr!

Mit der CSD-Woche vom 13.07. – 21.07.2018 möchten wir zeigen, dass wir in Sachsen, dem Bundesland mit den höchsten AfD-Bundestagswahlergebnissen und dem Ursprung der *GIDABewegung, solche Diskriminierung in der Politik und breiten Masse nicht hinnehmen wollen. Daher möchten wir die Menschen für Diversität sensibilisieren, damit sie erkennen, dass Vielfalt eine Bereicherung unserer Gesellschaft ist und nicht gefürchtet werden muss.

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DANKE!

DANKE!
Wir danken all den ca. 7.000 Menschen, die gestern mit uns demonstriert und im Anschluss das Straßenfest besucht haben!

Wir danken all den zahlreichen Menschen, die an der Organisation des diesjährigen CSD beteiligt waren. Allen Helfer*innen & Ordner*innen und allen anderen die ehrenamtlich viel Zeit und Nerven seit letztem September in die Planung der CSD-Woche und der Demo+Straßenfest investiert haben!

Wir danken den Künstler*innen, dass sie für eine so gute Stimmung gesorgt haben: Miss Mandy Cleenex, Squeezebox!! Berlin mit Gloria Viagra, wonach wir suchen, Philbastian, Kevin Neon mit John Riot, Bittersüßes Gift und L.E. Soulfuckers!

Wir danken natürlich auch all unseren Unterstützer*innen & Sponsor*innen! Ihr findet sie hier: https://www.csd-leipzig.de/unterstuetzerinnen/

Ein ganz besonderer Dank gilt auch dem Rettungsteam von RMD RescYou, welches sich gestern um Euer leibliches Wohl gekümmert hat!

Und ein ganz großes DANKE geht auch an Ingo Günther von den Leipzig Bären, der gestern kurzfristig als Moderator für die Interviews auf der Bühne eingesprungen ist!

DANKE!
Das Team des CSD Leipzig

Künstler*innen 2017

Unsere Künstler*innen für das CSD-Straßenfest am 15.07.2017 stehen fest!

> 14:00 – 16:00 Uhr – Demo / Wagenzug:
mit PHILBASTIAN auf dem CSD-Truck
Das DJ-Duo PHILBASTIAN aus Leipzig vereint in seinen Sets knackigen Elektro und soliden Pop. Weit hinausgeschaut über den Tellerrand der Top 100 sind die unerhörten Raritäten der Dancefloors die Essenz ihrer Performance. Mit treibendem Beat fügt sich die euphorische House-Nummer an den verspielten Pop-Remix und feiert weiter im melodischen Techno-Track. „Neu und groovy soll’s sein und vor allem Spaß machen – dann sind wir in unserem Element und die Tanzbeine in Bewegung!


und Kevin Neon | DJ & Musikproduzent (Traumarchiv Records / NeonProductions) auf dem Marktplatz!
Egal ob Elektro, (Deep-) House oder Charts, Kevins Sets bringen garantiert jeden zum gepflegten abtanzen. Neonfarben gehören zum festen Bestandteil seiner Auftritte. Dadurch hinterlässt er ein prägendes Erscheinungsbild.

 

 


> 16:15 – 20:00 Uhr – Straßenfest auf dem Marktplatz; live on stage:


16:25 – 16:55 Uhr WONACH WIR SUCHEN
Musik ist nicht nur etwas zum Tanzen, sondern auch zum Denken. Getreu diesem Motto verarbeiten wonach wir suchen ihre Gedanken und Gefühle und ziehen damit das Publikum in ihren Bann. Musikalisch und stilistisch bewegen sich die drei Leipziger dabei irgendwo zwischen Singer-Songwriter-Pop und Akustik-Punk.
Hier treffen eine Drei-Akkorde-Punk-Akustikgitarre, auf einen warm knarzenden, perkussiv gespielten Akustikbass, eine punktuell wiederkehrende Mundharmonika und erfrischend kreative Schlagzeug-Beats. Alles schlicht instrumentiert und doch durchdacht und immer mit dem Ziel, Pirrs markant rauer und dennoch so gefühlvoller Stimme die perfekte Grundlage zu bereiten.
Inhaltlich berühren sie dabei mit Texten, die vom Leben, der Liebe, der inneren Zerrissenheit und vom „großen Ganzen“– unseren gesellschaftlichen Zuständen – handeln und beziehen ganz klar Stellung gegen jede Form von Ausgrenzung, Rassismus, Homophobie und Sexismus.


17:15 – 17:45 Uhr SqueezeBOX!-Band mit Gloria Viagra
Ursprünglich kommt die SqueezeBOX!-Party aus New York City, wo sie in den 90er Jahren als Alternative zu den üblichen House-Partys angedacht war. Hier standen Drag Queens auf der Bühne und performten zu RocknRoll und Gitarren-Sounds, hier traf sich der New Yorker Untergrund. Sherry Vine war über viele Jahre Host der New Yorker Party und zusammen mit Gloria Viagra, Berlins Drag-Star und Hauptstadtrepräsentranse, erweckte sie 2003 die SqueezeBOX! auch in Berlin zum Leben. Höhepunkt einer jeden Partynacht ist seitdem ihr gemeinsamer Auftritt mit der legendären SqueezeBOX!-Band, einer Band mit gemischtsexuell-orientierten MusikerInnen. Schnell wurde die SqueezeBOX! auch in Berlin zum Geheimtipp.

18:05 – 18:50 Uhr die L.E. Soulfuckers
Erst kamen die Jamsessions, dann die L.E. Soulfuckers.
Aus den Untiefen des kleinen Proberaums in Großzschocher tauchen die einst bastelhungrigen, teilvernetzten Freizeitmusiker von 2011 nun auf, um die Leipziger 2013 neckisch zu bespielen.
Kreationswütig, und in nunmehr fester Besetzung (Saxophon, Trompete, Schlagzeug, Gitarre, Bass, Gesang) grooven sich die LE.Soulfuckers per Cover und auch musialisch-textuelle Neuschöpfungen in Kopf, Herz und Hüfte.
Während die hangeschriebenen Ergüsse zwischen rockiger Endzeitstimmung und soulgeladenen Gesangspassagen changieren, erquicken die Cover das abgestumpfte Ohr in hauseigener Manier.
Bescheiden aber unfassbar sexy arrangieren Hannes, Paul, Stefano, Martin, Anton und Maria die Einflüsse aus frühster Rockbandvergangenheit mit den vergessenen Höhen des klassischen Gesangsunterrichtes groovig-ambitioniert und mit hoher Blasgarantie bis das Schlagzeug zusammenkracht.
Wer wippt, wird angemalt.

19:10 – 19:40 Uhr Bittersüßes Gift
Bittersüßes Gift ist eine Berliner Deutsch-Rock Band.Seit 2008 werden im Hause „BG“ melodische Eigenkompositionen mit deutschsprachigen Texten gespielt, in denen man sich schnell wiederfinden kann. Ob die Erinnerung an die eigenen Stärken, das tiefe Bedauern über das Scheitern, der Wunsch nach „mehr Mehr“ oder die pure Selbstironie – hier hat alles Platz. Die Musiker Falco (Gitarre), Matthias (Keyboards), Peter (Bass) und Sven (Schlagzeug) geben der markanten Stimme von Songwriterin/Sängerin Elena stets den passenden, musikalischen Rahmen. Die Frontfrau schmettert und haucht Songs mit deutschen Texten in die Ohren – Songs, die noch lange genau dort bleiben. Teils hart, teils zart – diese Musik; die Band macht Spaß und berührt.

> Moderation: Miss Mandy Cleenex
Das wohl größte Comeback des Jahrzehnts – ach, des Jahrhunderts exklusiv und nur für einen Tag und eine Nacht!

Themenschwerpunkt 2017 – Stop Hate!

Stop hate!

Hass ist ein komplexes Gebilde. Er verweist auf gesellschaftliche Zustände und besitzt viele Facetten – innerhalb der Gesellschaft bis hin zur einzelnen Person. Seit Menschen gedenken lautet seine Maxime: Hass tötet! Hier, dort und überall! Und das seit jeher!

Derzeit beobachtet man mit Schrecken eine Radikalisierung in der Gesellschaft. Ein konservativer Rechtsruck ist in Sachsen, Deutschland, Europa und sogar weltweit spürbar. Dabei ist eine Angst dieser rechten Bewegungen die „Verschwulung der Welt“. Die „Genderisierung“ und die „Genderideologie“ der „Homo-Lobby“ bilden die Schlagwörter, die in Hassreden stets gesellschaftsfähiger werden. Diese Ängste sind eindeutig als gezielt falsche Überzeichnungen zu benennen und abzulehnen.

Jene konservativen Bewegungen sind breit aufgestellt. In ihnen versammeln sich von vermeintlich besorgten Bürger*innen, über christlichen Fundamentalist*innen bis hin zu Mitgliedern von rassistischen und sexistischen Parteien, wie der Alternative für Deutschland (AfD) und Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD), sowie eine Vielzahl von Personen, die sich gegen eine Gleichberechtigung aller in der Gesellschaft stellen. Deutlich wird dies unter anderem an Hassreden im Internet, der zunehmenden Zahl rassistischer und homophober Übergriffen, Vergewaltigungsbefürwortern alias “Pick-Up-Artists”, Äußerungen der AfD und NPD sowie deren Forderung, Gleichstellungsbeauftragte in Unternehmen und öffentlichen Institutionen abzuschaffen.

Hass und dessen Auswirkungen auf gesellschaftliche Zustände ist das Schwerpunktthema des Leipziger Christopher Street Days 2017. Dabei wollen wir an die Stonewall-Emanzipationskämpfe in New York City im Jahr 1969 erinnern, bei denen Gays, Queers, Trans und Drag Queens of Colour gemeinsam gegen staatliche Willkür Widerstand leisteten und für die Gleichberechtigung demonstrierten. Hier zeigt sich, dass Hass nicht nur in Menschen wirkt, sondern auch in Strukturen und in Staatlichkeit. Wir wollen uns explizit gegen Feindlichkeit oder gar Hass gegenüber Menschengruppen aussprechen, die aus der „gesellschaftlichen Norm“ fallen und somit als „anders“ bezeichnet werden. Gleichzeitig möchten wir diesen Hass öffentlich anprangern.

Unser Blick richtet sich hierbei nicht nur auf die konservative Rückwärtsbewegung in der Gesellschaft, sondern auch auf uns selbst und Anfeindungen innerhalb unserer Community. Denn selbst eine persönliche Identifikation als lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, transident, intersexuell, queer oder asexuell und somit als Teil der LSBTTIQA*-Community schützt nicht vor negativen Äußerungen untereinander. Auch innerhalb der Szene kommt es zu Fremdenfeindlichkeit, Sexismus und Abneigung gegen nicht der Norm entsprechende Schönheitsideale, körperliche und geistige Beeinträchtigungen oder unkonventionelle Lebensweisen. Doch trotz aller Unterschiedlichkeit gibt es eine verbindende Gemeinsamkeit: das Erleben von Anfeindungen und Diskriminierung bis hin zu Ausgrenzung und Gewalt – nur, weil wir vermeintlich anders sind.

Auch wenn Emanzipationsbewegungen in der Vergangenheit bereits große Schritte in Richtung Gleichstellung erreicht haben, ist das kein Grund einfach stehen zu bleiben. Besonders im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen machen es diese sogar nach wie vor notwendig, aktiv für Gleichberechtigung zu kämpfen. Dabei geht es nicht um das „Aufzwingen“ alternativer Lebensweisen und Identitäten, sondern um das Recht aller – unabhängig von Geschlecht, Körperlichkeit, Beeinträchtigungen, Identität, Begehren, Ethnizität, soziale Herkunft oder Religion – verschieden sein zu können.

Der Leipziger CSD 2017 steht dabei für ein solidarisches Füreinander und gegen ein ablehnendes Gegeneinander. Denn alle Menschen in all ihren Facetten haben ein Recht auf ein glückliches Leben ohne Gewalt und Hass!

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Statement zur Aktion rosa Kirche

Im Rahmen der Auswertung des CSD Leipzig und des erhaltenen Feedbacks wurden auch die symbolischen Trauungen in der aufblasbaren rosa Kirche zum CSD-Straßenfest ausführlich besprochen.

2016-csd-markt-fotografie-freydank_01Wir freuen uns, dass so viele Menschen an der Aktion teilgenommen und sogar vor der rosa Kirche angestanden haben. Der große Zuspruch bestätigt, es gibt eine Sehnsucht, bedingungslos willkommen zu sein. Auch die vom CSD-Plenum zur Durchführung der symbolischen Trauungen angefragte Ute Elisabeth Gabelmann war von der Zahl und Vielfältigkeit der Menschen beeindruckt.

Allerdings gab es auch Kritik, die Aktion wäre eine reine Spaßaktion und würde insbesondere die christliche Religion diffamieren.
Dem möchten wir auch öffentlich noch einmal entschieden widersprechen.

Natürlich war die Aktion auch mit einem leichten Augenzwinkern verbunden – die Botschaft der symbolischen Trauungen in der aufblasbaren rosa Kirche war für uns jedoch von Beginn an klar: Ein großer Teil der LGBTI* Community ist religiös. Wir wollten mit dieser Protestaktion ein generelles Statement setzen, dass in keiner Religion die Liebe ihrer gleichgeschlechtlichen Anhänger*innen so gleichwertig behandelt wird, wie die heteronormative Ehe. Das ist ein trauriger Fakt.
Deshalb haben wir den Aufruf zur rosa Kirche auch mit der Forderung kombiniert: Dass die Wertigkeit einer Ehe nicht von der Zusammenstellung ihrer Partner*innen abhängig sein sollte.
Dies kann man sowohl auf den LGBTI* Kontext beziehen, aber z.B. auch auf die Frage der Ehe geschiedener Menschen.
Der CSD hat nicht die Absicht Religionen zu diffamieren, auch nicht insbesondere die christliche, aber wir treten ihnen kritisch gegenüber und legen den Finger in die Wunde. Und das ist auch in Anbetracht der Geschichte der CSD-Bewegung wichtig.
Natürlich ist es so, dass durch eine aufblasbare rosa Kirche insbesondere das Christentum, in den Fokus gerückt wird. Die katholische und evangelische Kirche ist jedoch auch die maßgebliche in Deutschland und symbolisiert hier mit ihren Sakralbauten Religion im Allgemeinen.

Zu keiner Zeit stellten wir die Wertigkeit einer religiösen Ehe in Frage. Vielmehr verdeutlicht die Aktion, wie groß der Wunsch vieler Menschen nach einer gleichwertigen Anerkennung ihrer Liebe ist.

Letztendlich haben wir unser Ziel erreicht und einen Diskurs wieder angestoßen. Eine inhaltliche Debatte ist auf einem Straßenfest nicht zu leisten. Dafür gibt es die vorangestellte Veranstaltungswoche, in der wir es immerhin geschafft haben, dass beim Podiumsgespräch im Neuen Rathaus zwei Weltreligionen, Judentum und Islam, ins Gespräch gekommen sind.

Abschließend möchten wir alle religiösen LGBTI* dazu ermutigen Diskriminierungen in ihrer Religionsgemeinschaft nicht stumm hinzunehmen. Ergreift das Wort, sprecht mit den Vertreter*innen der Religionen, stellt althergebrachte, vielleicht konservative Auffassungen und Auslegungen in Frage. Es gibt Ansprechpartner*innen.
Taddiken grüner PulloverIn Leipzig ergänzt die evangelische Thomaspfarrerin Britta Taddiken ihre Botschaft: „Ihr braucht keine rosa Plastik -Kirchen, geht in die realen und redet mit uns.“
Sollte einem diese Bereitschaft jedoch konsequent verwehrt werden, hier möchten wir aus unserer Podiumsdiskussion den orthodoxen Rabbiner Zsolt Balla zitieren, „…muss jeder Mensch wissen, ob diese Religion dann die richtige für ihn/sie ist und nicht vielleicht doch eine andere, die der eigenen Lebenswirklichkeit entspricht“.

Traut euch! am 16.07.

Traut euch!

In Anbetracht unseres Themenschwerpunktes „Der Umgang von Religionen mit sexueller Orientierung und geschlechtlicher Vielfalt“ gibt es für euch die Möglichkeit euch beim Straßenfest am 16.07. in einer aufblasbaren rosa Kirche symbolisch trauen zu lassen!

Die Trauungen werden von der Schwester Farfalle Ute Elisabeth Gabelmann von der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters (Pastafari) vollzogen.

Die Wertigkeit einer Ehe sollte nicht von der Zusammenstellung der Partner*innen abhängig sein.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.