#Straßenfest: live on stage

Beim Straßenfest des CSD Leipzig am 16.07.2016 für euch live on stage:

Kevin Neon (15:00 – 16:00 Uhr)
Say Yes Dog
Jennifer Gegenläufer
Maksim Reimer
Berlin Boom Orchestra

weitere Infos: 

Kevin Neon (Kontor / Traumarchiv)

4911Der Produzent und DJ reist seit 6 Jahren durch viele Städte und lässt die Leute auf der Tanzfläche kreischen.
Mit der Single “Pusteblumenregen und Wir folgen ihr ” gibt er 2016 sein Debüt.
Im Mai erscheinte seine neue Single in Kooperation mit dem Berliner DJ und Produzenten “Chris Avedon” und dem DSDS Sänger “Kevin Brian Smith“.
Kevin Neon deckt einen großen teil an Elektro / House und Deep-House sowie auch Charts ab.
Neonfarben gehören zum festen Bestandteil seiner Auftritte.Dadurch hinterlässt er ein prägendes Erscheinungsbild.
www.kevinneon.de

Say Yes Dog 

SayYesDogDass Synthie tanzbar ist, ist nichts Neues. Dass sich dazu allerdings satte Bässe gesellen und ein Gesang der seinesgleichen sucht ist allerdings etwas überaus Neues. Say Yes Dog ist eine Vereinung von zwei Deutschen und einem Luxemburger Musiker, die als eine der härtesten Konkurrenten von The Whitest Boy Alive gehandelt werden. Zu recht. Ihr Sound klingt auf den vier Tracks organisch und stellt so manche Indie-Pop Band in den Schatten.
http://www.sayyesdog.net/#introduction

Jennifer Gegenläufer (Springstoff)

JenniferGegenläuferJennifer Gegenläufer betitelt ihr Debut-Release mit dem Begriff „Positionen“.
Klingt erst einmal allgemein, aber sie kommt nicht drum herum: Es geht ihr darum, Stellung zu beziehen und das tut sie auch.
Jennifer Gegenläufers junge Biographie erzählt von spannungsreichen Gleichzeitigkeiten:Rap-Musik feiern, aber Sexismus erfahren,
außergewöhnlich Smart-Sein, aber die Schule verkacken, die Welt erleben wollen, aber mit Depressionen kämpfen.
Jennifer Gegenläufer hat die Gabe Spieße umzudrehen und mit brachialer Kreativität homophobe Statements von irgendwo aus der Mehrheitsgesellschaft
in Grund und Boden zu flohen.Ihre EP „Positionen“ erschien am 11. September 2015.
https://www.springstoff.de/artists/jennifer-gegenlaeufer/

Maksim Reimer 

MaksimReimerMaksim Reimer – Sänger, Geiger und Songwriter aus Kasan/ Russland verpackt Gesang, Geigen- und Bandsounds mit aktuellem Pop.
Maksim flüchtete im Alter mit 14 Jahren mit seinen Eltern als Spätaussiedler nach Deutschland und spricht fließend Russisch. Dort leben möchte er in der heutigen Zeit jedoch aus gegebenem Anlass seiner Flucht nicht mehr!
Maksim erhielt seinen ersten Geigenunterricht bereits mit 5 Jahren in Russland und studierte später an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt Geige, Popgesang & Songwriting.
www.maxreimer.de

Berlin Boom Orchestra (Springstoff)

bbo#01_webBerlin BOOM Orchestra steht für modernen, tanzbaren Reggae jenseits des gängigen Klischees vom tiefenentspannten Feel-Good-Gedudel.
Direkt aus den dreckigen Clubs der Hauptstadt trifft Fickfinger-Attitüde auf LoversRock, Pro-Homo auf knallharten Dancehall und
kritische Theorie auf urbane Bassmusik. Die neunköpfige Kapelle um den Sänger Filou überzeugt eine seit 2006 stetig wachsende Fanbase davon,
dass Rub-A-Dub-Style auch einwandfrei auf Deutsch funktioniert. Das Berlin BOOM Orchestra bringt live die gesamte Crowd zum Beben.
Ihr neues Album “Kopf, Stein, Pflaster” erschien am 2. Oktober 2015.

https://www.youtube.com/watch?v=hIog5iNhHNM

Drag Artist Daisy D. & Donna T. O’Conner (Moderation)

Die Drag Queens Daisy Dollhouse und Donna T. O’Conner sind avantgadrde und schillernde Persönlichkeiten des Leipziger Nachtlebens. Mit Esprit, Humor und spitzer Zunge begeistern sie vom Variete, Cabaret bishin zu den angesagtesten Nightclubs Deutschland unzählige Gäste.

Daisy
Daisy Dollhouse
Donna2
Donna T. O’Conner

Grußwort Britta Taddiken – Botschafterin 2016

Gottseidank gibt es den CSD auch in Leipzig nunmehr als bewährte Tradition! In den letzten Monaten ist deutlich geworden, wie wichtig es ist, für Vielfalt, Toleranz und für ein friedliches Miteinander der Verschiedenen einzutreten. Machen wir uns nichts vor: Der völkisch-nationale Rechtsrutsch in einigen osteuropäischen Nachbarländern und das abwertend-verächtliche Gerede auf Pegida- und Taddiken grüner PulloverLegidakundgebungen betrifft in besonderer Weise die Community von Lesben und Schwulen. Nicht zuletzt ließ eine Anfrage der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag aufhorchen, wie viele Homosexuelle es in Thüringen gäbe. Es ist nicht zu übersehen: Die Bereitschaft, in Bezug auf Homosexualität auch rechtlich zu „alten Zeiten“ zurückzukehren, ist da und der auf Spaltung angelegte Kurs rechtspopulistischer Parteien und Vereinigungen in Europa betrifft auch das Miteinander von Menschen verschiedener sexueller Orientierungen. Die Hemmschwelle, gleichgeschlechtlich liebende Menschen zu diskriminieren, ist deutlich gesunken. Aber auch die verdeckte Diskriminierung ist nach wie vor da. Auch im kirchlichen Bereich ist dies an vielen Stellen leider sichtbar, auch wenn dies von leitenden Gremien zurückgewiesen wird. Aber es gibt auch Landeskirchen, in denen es selbstverständlich ist, dass ein verheiratetes männliches Pfarrerpaar gemeinsam im Pfarrhaus lebt und wirkt und wo einzig und allein eines zählt: dass die beiden ihre Arbeit gut machen und in Liebe und mit Respekt auf die ihnen anvertrauten Menschen zugehen. Dass es irgendwann normal sein wird, dass hetero-und homosexuelle Menschen nicht nur rechtlich gleichgestellt sind, sondern sich derselben Achtung und desselben Schutzes unserer Gesellschaft sicher sein können – dafür haben wir in Leipzig und in Sachsen noch auf vielen Ebenen zu arbeiten. So möge dieser CSD dazu beitragen, hier etwas voranzubringen. Ich wünsche allen, die an den Veranstaltungen teilnehmen, gute und erkenntnisreiche Tage!

Ihre Britta Taddiken, Pfarrerin der Thomaskirche in Leipzig

Themenschwerpunkt 2016

Sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten im Kontext von Religionen

Liebe, Lust, Sexualität und Religionen sind große Themen die selten konfliktlos nebeneinander stehen und dennoch viel miteinander zu tun haben.

Wer verbindet sich mit wem? Wem gehört was? Welche Rechte hat wer? Weil die Dynamik so stark und die Kontrolle darüber so wichtig ist, bestimmen in den meisten Kulturen traditionell die Religionen darüber, was richtig und falsch, was gut und schlecht ist.

Jede Religion hat eigene Konzepte zum Umgang mit Sexualität und in der Auslegung von Geschlechterrollen bzw. ganz konkrete Vorschriften, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen.

Das hängt stark von der jeweiligen Sprecher*innenposition ab. Wer sagt was, mit welcher Haltung, aus welcher Position. Dabei geht es einerseits um die Frage, wer im Namen einer Religion spricht, aber auch wer sich, um normative Aussagen zu treffen, der Religion als „Argument“ bedient.

So verschieden wie Begehrenskonzepte und/oder geschlechtliche Identitäten sind, so differenziert und vielfältig sind auch religiöse Positionen. Um dieses breite Spektrum soll es in diesem Jahr inhaltlich zum CSD Leipzig gehen:

Während der CSD-Woche liegt der Fokus der Veranstaltungen auf dem Schnittpunkt sexueller Orientierungen und/oder geschlechtlicher Identitäten im Kontext von Religionen: Wo sind Religionen hilfreich und helfen, Perspektiven zu erweitern oder Halt zu geben? Wo werden welche Argumente aus dem Kontext unterschiedlicher Religionen gegen eine offene und plurale Gesellschaft in Anschlag gebracht? Wo dienen religiöse Argumentationsmuster als Deckmantel abwertender Artikulationen? Diese und andere Fragen stellen den Rahmen unterschiedlicher Veranstaltungsformate dar.

Der CSD verspricht somit auch in diesem Jahr einen spannenden Mix vieler Veranstaltungen. Vom 08. bis zum 16. Juli laden wir alle Interessierten dazu ein, die Programmwoche, das Straßenfest, die Demo und den Prideball zu besuchen.

 

CSD Straßenfest 2015 in Bildern

Bilder unserer Fotografin Diana Freydank vom Straßenfest des Leipziger CSD 2015.
Sofern Ihr euch in Einzel-/Großaufnahme auf einem der Bilder wiederfindet und dies nicht möchtet, kontaktiert uns bitte.

Danke! :)

Wir möchten uns an dieser Stelle bei den vielen Tausenden Menschen bedanken, die gestern mit uns demonstriert und anschließend unser Straßenfest besucht haben!
Unser Dank gilt aber auch insbesondere den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, die uns z.B. beim Auf-/Abbau und/oder als Ordner*in geholfen haben!
Ohne euch wäre der CSD Leipzig‬ 2015 nicht möglich gewesen.
Und last but not least danken wir natürlich auch all unseren Sponsor*innen und Unterstützer*innen für Ihre finanzielle und/oder sachliche Unterstützung!

Das Orga-Team des CSD Leipzig

Aufruf zum CSD in Leipzig 2015

Vor zwölf Jahren hat der Bundestag das Lebenspartnerschaftsgesetz beschlossen, um die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften zu beenden. Doch die rechtliche Gleichbehandlung mit der Ehe wurde nur Schritt für Schritt gegen erbitterten politischen Widerstand juristisch erkämpft. Zwölf Jahre haben engagierte Jurist*innen1 benötigt, um das verfassungsmäßige Recht auf Gleichbehandlung bei der Hinterbliebenenvorsorge, der Erbschaftssteuer, der Einkommenssteuer und vielen anderen gestzliche Regelungen durchzusetzen.
Und trotzdem erfahren Lesben, Schwule, Transgender* und intersexuelle Menschen immer noch Ungerechtigkeiten und Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte durch Behörden, Institutionen oder medizinische Einrichtungen. Es gibt leider noch viele Gründe für die CSD-Bewegung auf die Straße zu gehen, zu demonstrieren.
 
Die Würde des Menschen ist unantastbar! Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
 
Wir fordern, dass sich jeder Mensch, homo-bi-trans-inter-lesbisch-schwul-hetero, frei und sicher in Leipzig und anderswo bewegen kann. Niemand sollte körperliche, psychische, verbale und/oder strukturelle Gewalt zu befürchten haben! 
 
Das steht u.a. im Grundgesetz, aber die Realität sieht häufig noch so aus:
Die Erfüllung des Kinderwunsches gleichgeschlechtlicher Paare durch Insemination bzw. In-vitro-Fertilisation wird im Vergleich zu Ehepaaren durch die Richtlinie der Bundes- und Landesärztekammer verweigert, mit der Begründung, dass es kein positives Recht auf nicht-eheliche Fortpflanzung gibt. Im Hinblick auf das Kind verbiete es sich, einer alleinstehenden Frau oder gleichgeschlechtlichen Paaren einen Kinderwunsch zu erfüllen; die Samenspende wird als Therapieform zur Behandlung von Sterilität der Ehe verstanden, heißt es dort.
Ohne gesetzliche Grundlage werden lesbische Paare beim Zugang zu fortpflanzungsmedizinischen Maßnahmen ausgeschlossen. Die Kosten für eine künstliche Befruchtung müssen demzufolge im vollen Umfang selbst getragen werden. Der Freistaat Sachsen ist das erste und einzige Land bundesweit, dass seit März 2009 staatliche Zuschüsse für künstliche Befruchtungen an heterosexuelle Paare zahlt. (Ehepaare, die sich einen Kinderwunsch durch künstliche Befruchtung erfüllen wollen, müssen lediglich den Eigenanteil für die erste Behandlung komplett selbst tragen. Für eine zweite oder dritte Behandlung erhalten Sie einen Zuschuss von jeweils 900 Euro. Die vierte Behandlung wird sogar mit 1.600 bis 1.800 Euro bezuschusst.)
Kinder, die in eine Eingetragene Lebenspartnerschaft hineingeboren werden, haben prinzipiell nur eine Mutter. Die Lebenspartnerin kann nur durch eine Stiefkindadoption die Elternschaft rechtlich erwirken. Bei Ehepaaren ist keine Adoption des Vaters notwendig, auch wenn das Kind über eine Samenspende durch fortpflanzungsmedizinische Maßnahmen entstanden ist. Kinder, die in eine Regenbogenfamilie hineingeboren werden, haben manchmal zwei Mütter und einen Vater oder zwei Väter, die sich um sie kümmern. In unserer pluralistischen Gesellschaft muss es möglich sein, die soziale Elternschaft auch rechtlich abzusichern.
Wir fordern deshalb die Gleichstellung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe im Adoptionsrecht und im Personenstandsrecht und die volle rechtliche Anerkennung von Regenbogenfamilien sowie das kleine Sorgerecht für mehr als eine Person.
Nahezu sämtliche Gesellschaftsformen auf der Welt weisen Strukturen auf, die als „heteronormativ“ gekennzeichnet werden können. Heteronormativität, also das unhinterfragte Hinnehmen eines für natürlich gehaltenen Systems bestehend aus Mann und Frau, die sich gegenseitig und ausschließlich begehren, führt zu weitreichenden Ausschlüssen für all jene, die nicht in dieses System passen: Homosexualität und Bisexualität als eine andere Form des Begehrens werden ebenso marginalisiert, d.h als Abweichung von der Norm gewertet und sanktioniert, wieTransgender* und Intersexe als andere Formen von Geschlechtlichkeit. Der sich daraus ergebende Heterosexismus ist ein unzumutbarer Zustand.
Heteronormativität gilt es zu dekonstruieren und zu überwinden! Die Gleichstellung und Gleichberechtigung aller Lebens-, Liebens-, und Familienformen sowie aller Geschlechtlichkeiten sollte das Ziel sein. Mit der Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe ist das Ziel nicht erreicht. Vielmehr geht es darum weitere Vervielfältigungen umzusetzen, d.h.einen Rechtsstatus zu schaffen, der allen Menschen offen steht und somit beispielsweise Mehrfachbeziehungen diesen Rechtstatus nicht vorenthält. Weiterhin fordern wir die Abschaffung von Ehegattensplitting, aber dafür die Einführung von „Familiensplitting“, denn Familie findet dort statt, wo Menschen für Kinder und einander Verantwortung übernehmen.
Wir fordern die Anerkennung von und respektvollen Umgang mit Geschlechtern und Orientierungen jenseits von Heteronormativität.
Unkenntnis und Vorurteile gegenüber Lesben, Intergeschlechtlichen Menschen, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern*, stellen eine wesentliche Triebfeder für Diskriminierungen bis hin zu Gewaltdelikten dar. Diese lassen sich nur dadurch bekämpfen, indem nicht nur strukturelle Veränderungen, wie z.B.die rechtliche Gleichstellung, eingefordert werden. Maßgeblich müssen Haltungen verändert werden, was unter anderem durch umfassende Aufklärungs-,Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit möglich ist. In Forschung und Lehre erfährt der Themenkomplex „sexuelle Identitäten“ kaum Beachtung. Eine moderne, aufgeklärte und lebensweltbezogene Sexualpädagogik ist weder Studierenden an Sächsischen Hochschulen zugänglich noch findet sie ihre Entsprechung in den Lehrplänen der sächsischen Schulen und in der Vorschulbildung.
Wir fordern deshalb, der Gender- und Sexualpädagogik eine größere Beachtung in der Hochschul- und Bildungspolitik zuzuweisen!
Intergeschlechtlichkeit, also das Aufweisen körperlicher Merkmale beider Geschlechter bzw. eine uneindeutige Geschlechtlichkeit, wird von der Medizin als „Sexualdifferenzierungsstörung“ bezeichnet und meist ohne medizinische Notwendigkeit „behandelt“. Auch intergeschlechtliche Menschen besitzen ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, deshalb ist es inakzeptabel, dass der Gesetzgeber zwingend eine rechtliche Einordnung in die Geschlechter „Mann“ oder „Frau“ vorsieht. Das deutsche Rechtssystem muss die Existenz intergeschlechtlicher Menschen akzeptieren.
Die Pathologisierung von Intergeschlechtlichkeit und damit einhergehend der Zwang zur Zweigeschlechtlichkeit hat zur Folge, dass Kinder mit uneindeutigen Genitalien in der Regel kurze Zeit nach der Geburt geschlechtsangleichenden Operationen (z.B. Kastration, Klitorisverkleinerung, Anlegen einer Neovagina) unterzogen werden, die in vielen Fällen mit Komplikationen verbunden sind und oft lebenslange Hormontherapien nach sich ziehen. Von vielen Betroffenen wird dies im Nachhinein als äußerst traumatisierend beschrieben.
Wir fordern ein gesetzliches Verbot medizinischer Eingriffe sowie den sofortigen Stopp der gängigen medizinischen Praxis an Intersexen. 
 
Außerdem fordern wir für intergeschlechtliche Menschen und deren Erziehungsberechtigten eine umfassende, neutrale Aufklärung, die Anerkennung von Intergeschlechtlichkeit als natürliche Variante von Geschlechtlichkeit sowie eine entsprechende standesamtliche Geschlechtsbezeichnung. 
 
Transgender* müssen das Recht haben, ihre Lebensweise selbst zu bestimmen – in ihrer Identität bei, der Ausgestaltung ihrer Geschlechtsrolle wie auch bei ihrer Partner*innenwahl. Transgender* mussten bisher für die gerichtliche Feststellung einer Änderung ihrer Geschlechtszugehörigkeit nachweisen, dass Sie nicht verheiratet sind, dauernd fortpflanzungsunfähig sind und sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen haben, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist. Mit der Operation sollte dem Gesetz nach “die Ernsthaftigkeit und Dauerhaftigkeit” der Transsexualität unter Beweis gestellt werden. Diesen Zwang haben die Karlsruher Richter des Bundesverfassungsgerichts nun für unvereinbar mit der Menschenwürde und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit erklärt und damit das Transsexuellengesetz außer Kraft gesetzt.Trotzdem werden Transgendern* oft die von ihnen gewünschten Hormonbehandlungen und Operationen – insbesondere im Jugendalter – vorenthalten bzw. nur über einen langen juristischen und psychopathologischen Weg ermöglicht. Dies steht im krassen Widerspruch zu Operationen, die an intergeschlechtlichen Menschen scheinbar selbstverständlich und in der Regel ohne deren Zustimmung vorgenommen werden. Weiterhin ist die Alltagsdiskriminierung, der sie sich stellen müssen, massiv.
Wir fordern dementsprechend Gleichwertigkeit und volle gesellschaftliche Anerkennung geschlechtlicher und sexueller Identitäten und Körperlichkeiten wie Intergeschlechtlichkeit und Transidentität. 
 
Wir fordern eine neue Definition der rechtlichen Anforderungen an eine Veränderung des Geschlechts in den amtlichen Registern. 
 
Lesben und Schwule werden weltweit in rund 80 Staaten strafrechtlich verfolgt, wobei insbesondere Transgender in vielen Ländern massiven Übergriffen ausgesetzt sind – bis hin zu Folter und Mord. Verfolgerstaaten verhindern seit langem, dass diese unhaltbare Situation auf UN-Ebene als Asylgrund anerkannt wird. Wir fordern deshalb die Anerkennung der Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung bzw. Identität als Asylgrund und Zuzugsregelungen für Lebenspartner/-innen!
Wir fordern, dass den Menschen, die sich selbst als asexuell beschreiben, gesellschaftliche Sichtbarkeit und politische Interessenvertretung geschaffen wird.
Wir fordern,dass die Vielfalt sexueller Identitäten auch im Alter frei von Diskriminierung gelebt werden kann. Besonders in Pflege- und/oder Wohneinrichtungen für ältere Menschen sollte der Umgang damit selbstverständlich sein.
Wir fordern die Ausformulierung des Zusatzes von § 46 StGB. 
In diesem werden “rassistische, fremdenfeindliche oder sonstige menschenverachtende” Ziele des Täters als Strafzumessungsgrund in der Strafzumessungsregel des Paragraphen besonders hervorgehoben. Wir begrüßen den Zusatz an sich, befinden ihn aber für unzureichend. Bleibt es bei der Formulierung „sonstiger menschenverachtender“ Motive, sind interphobe, homophobe und/oder transphobe Gewalttaten weiterhin unsichtbar. Sie müssen benannt werden.
Abschließend: 
Wir fordern, dass die hier benannten Probleme als gesamtgesellschaftliche Probleme begriffen werden! Das bedeutet, dass es sich bei ausgrenzendem und diskriminierendem Verhalten nicht um Probleme Einzelner oder gesellschaftlicher Teilgruppen handelt, sondern um etwas, das in allen Milieus zu finden ist und das sich als Struktur durch die Gesellschaft zieht!
Homo-, Bi-, Trans- und Interphobie können außerdem nicht losgelöst von anderen Ungleichheiten betrachtet und schon gar nicht verändert werden! Wir kritisieren ebenso weitere gesellschaftliche Machtverhältnisse wie sie sich z.B. in Sexismus, Rassismus, Klassismus, Diskriminierung auf Grund von Aussehen und Feindlichkeit gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen ausdrücken! Eine Emanzipation einer Gruppe kann und darf nicht auf Kosten anderer erfolgen!